Das Auge

tagebuch / diary

in meinem tagebuch schreibe ich in unregelmässigen abständen über ereignisse, gedanken, träume in meinem leben.
my diary reflects my thoughts, dreams and the events of my life.
fin'ora non riesco ancora di scrivere il diario internet in italiano, ma farò uno sforzo qualche volta!
c'est difficile pour moi ecrire mon journal internet en francais mais je veux essayer quelche fois!
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luisa in deutschland - 06.12.2017 um 09:32:31

 geld ist nicht alles aberohne geld ist alles nichts 


Ich fordere eine bedingungslose aufstockung von frauenrenten auf 1000 euro. Warum? Frauen haben oft das studium ihrer männer finanziert, haben zumeist kinder geboren und bis zum erwachsenenleben begleitet. Wenn sie in einer partnerschaft sind/waren und auch gearbeitet haben/arbeiten, dann haben sie meistens die schlechtere steuerklasse, weil der mann mehr verdient. So wird die frau mit unbezahlter haus- und erziehungsarbeit direkt zur sklavin und es hat auswirkungen auf ihr alter. Auch freie frauen verdienen rund 20% weniger als männer.
Es wird zeit, dass die regierung endlich mal die unbezahlte arbeitsleistung von frauen honoriert, vor allem auch der alleinerziehenden. Es kann doch nicht sein, dass die behörden einen anis amri kennen und morden lassen, während eine frau, die mit ihrer vernichtend kleinen rente lebensmittel klaut, um mal wieder was richtiges zu essen, drei monate ins gefängnis kommt. Frauen sind die deppen in deutschland und ich hoffe, dass die jungen frauen aufwachen, die jetzt so bereitwillig kinder auswerfen, ohne an die folgen im alter zu denken, abhängig von der „grosszügigkeit“ ihres partners. Wieviele frauen trennen sich genau deshalb nicht von männern, weil sie dann im alter mausarm sind!

I demand 1000 euros unconditional pension for women. Why? Women often financed the studies of their husbands, most of them gave birth to kids and accompanied them till they are grown ups. If they work/worked they mostly pay/paid more taxes than their husbands, because the men earn/earned more and took/take the more beneficial wage tax classification thus literally turning wives to slaves – unpaid housework and education with an emotional tie. and even free women earn about 20% less than men.

It's about time the government acknowledged the unpaid work of women, especially also that of single mothers.
It's atrocious that public authority know about an anis amri and allow him to kill all those people in berlin on the christmas market while a woman with a very low pension steals good food and goes to prison for three months. Women are made morons in germany and i hope all the young women wake up, who now willingly give birth to kids without thinking about the consequences for their old age, dependent on the mercy of their partners. Many women don't seperate from their husbands because it would mean poverty in old age.
luisa in one world - 04.12.2017 um 11:51:59

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luisa in one world - 03.12.2017 um 16:58:46

  


  


Früher brauchte ich in portugal drei tage, um mich wieder einzugewöhnen. Jetzt ist es plötzlich andersrum. Ich komme nach bayern und fühle mich irgendwie sperrig. Klar es ist auch kalt, aber kalte nächte hatten wir im alentejo auch. Ich glaube es hat was mit dem licht zu tun. Der winter ist hier oft so abgedämpft, wenn nicht grad die sonne auf wunderbaren schnee scheint, wirkt es wie ein feuchtes graues wolltuch über allem. Eine wohltat: hier plärrt nicht aus allen lautsprechern „jinglebells“ und man sieht keine rieisigen plüschfiguren in den supermärkten herumhüpfen und familien zum kaufen animieren.
Die deutsche vorweihnachtsbeschaulichkeit mit lichterbäumen und romantischen weihnachtsmärkten – ja, das ist bestimmt ein unterschied zum alentejo. Dort ist die vorweihnachtszeit eher bunt und schrill.

It used to take me three days to get accustomed to portugal when i arrived. Now it's the other way round – i feel somehow awkward in bavaria. Okay it's cold, but we did have cold nights in the alentejo. I thinks it's to do with light. Winter here in bavaria is often dull, as if a big grey wet woollen cloth covered everything. A relief: here you don't have to put up with "jinglebells" all day from all supermarkets and speakers. You don't see great big furry toyanimals walk about and encourage families to spend money.
German pre-christmas contemplation, mostly with real music and lights on christmastrees and romantic christmas markets, is quite different from the alentejo. There it's more happy flashy trashy.
luisa in one puzzling world - 02.12.2017 um 06:49:37

 wieder am steinsee 


  


 nicht springen 


  


Das schreckgespenst unserer tage scheint schon die demenz bzw. alzheimer zu sein. In meinem freundinnen/bekanntenkreis gibt es einige, die nicht einfach nur vergesslich sind, sondern mit alzheimer oder demenz diagnostiziert wurden. Auch die beste freundin meiner mutter und meine portugiesische nachbarin wurden dement. Natürlich denke ich darüber nach, denn seit meiner kindheit wiederhole ich alles. Wer mit mir je workshops gemacht hat, weiss, dass ich immer alles wiederhole (zauberspruch für demenz: in der wiederholung liegt die kraft!) und oftmals einen termin vergesse oder doppelt belege, weil ich das datum so mag, bis es mir dann halt auffällt und ich das chaos wieder ordne. Ich vergesse schon seit langem immer wieder namen, merke mir aber die gesichter. Ich mache schon seit langem das, was ärzten als anzeichen für demenz gilt: man weiss alles um eine person herum, was sie arbeitet, wo sie wohnt, welche kleidung sie trägt usw. aber der name ist weg. Bei mir ist es so, dass nach einiger zeit, wenn ich aufhöre drüber nachzudenken, das was ich vergessen habe wieder auftaucht, dass mir plötzlich wieder einfällt wo ich was hingetan habe, dass ich mich erinnere, welche termine ich verschludert habe. Natürlich habe ich einen kalender – mehrere sogar, ich lebe in vielen welten. Das könnte das problem der ordnung sein. Allerdings mache ich mich nicht verrückt. Ich vergesse mal was, na und!
Meine portugiesische nachbarin rannte manchmal mit ihrem stock durchs dorf und sprach laut mit sich selber. Jetzt bekommt sie medikamente und geht, irgendwie abgelöscht, in die tagespflege. Auch eine nachbarin meiner mutter war dement, sie ging die strasse auf und ab und wenn man mit dem auto kam wollte sie manchmal mitfahren, aber nur bis zum ende der strasse, sie wusste genau wie weit sie gehen und den rückweg finden konnte. Ich mochte sie gern. Sie war auf radikale art in ihrer eigenen welt.
Das problem mit demenz ist allerdings, dass man womöglich wenns ein bisschen krasser wird, von profis verwaltet wird – da geht der freie wille. Hat man überhaupt einen freien willen wenn man dement ist?

Among my friends and the people i know well, there are quite a few cases of alzheimer and dementia now. To be demented seems the horror of our times. Mum‘s best friend and my portugese neighbour were diagnosed with dementia. Of course i think about it a lot. Since childhood i keep repeating everything, women who have worked with me in workshops or been to my lectures/readings know that (my magic spell: repeating is powerful). I often forget names but never faces. And for a long time now i have been doing what doctors claim to be the beginning of dementia: i know everything around a person, where she/he lives, what they wear, what they work ecc. But the name is gone. But then i let go and after a while everything comes back. True sometimes it takes to sleep it over, but it does reappear. Very often i forgot workdates and it could happen that i put two workshops on one date, because i liked the date so much, but then realized it and cleared the situation. Of course i have a calendar. Many calendars in fact, that might be the problem, but i live in many worlds.
My portugese neighbour used to run up and down the village streets talking to herself. Now she has medication and goes to a daycare and seems dull somehow. A neighbour of mum‘s also was demented and walked up and down the street, if you passed her with a car she knocked at the window and wanted a lift, but she only stayed till the end of the road, she knew exactly how far she could go to find her way back. I liked her. She was in a radical way in her own world.
I suppose the real problem of dementia is that you might become administered by professionals – there goes the free will. Is there free will when you‘re demented?
luisa in one world - 01.12.2017 um 05:44:59

  


Verena stefan ist tot. Am 29. november starb sie in ihrer wahlheimat toronto begleitet von ihrer langjährigen partnerin und im kreis ihrer freundinnen an einem krebsleiden. Ihr buch „häutungen“ wurde zum auftakt feministischer literatur der neuen frauenbewegung und zum bestseller. In einer späteren taschenbuchausgabe beklagte sie im vorwort den personenkult, der um sie entstand.
Am anfang der frauenbewegung waren wir uns sehr nah, ich arbeitete im kollektiv der „frauenoffensive“, dem ersten feministischen verlag in deutschland, sie war die erste erfolgreiche autorin des verlags. Später brach sie die meisten kontakte und ihre verbindung zur „frauenoffensive“ ab, als sie nach kanada ging und ein neues leben begann.


Verena stefan died of cancer on november 29 in toronto, canada surrounded by her close women friends and her partner of many years. Her book „shedding“ opened the stream of feminist literature of the new women‘s movement and was a bestseller.
In a later edition she complained about the cult around her person.
In the early years of women‘s movement we were close, i worked in the collective of „frauenoffensive“ the first feminist publishing house in germany, she was the first successful author there. Later she broke with „frauenoffensive“ and with many old friends, went to canada and started a new life.

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