Das Auge

tagebuch / diary

in meinem tagebuch schreibe ich in unregelmässigen abständen über ereignisse, gedanken, träume in meinem leben.
my diary reflects my thoughts, dreams and the events of my life.
fin'ora non riesco ancora di scrivere il diario internet in italiano, ma farò uno sforzo qualche volta!
c'est difficile pour moi ecrire mon journal internet en francais mais je veux essayer quelche fois!
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luisa in one world - 14.03.2018 um 07:38:28

 rettungsbootkein zutritt für passagiere 


Tatsächlich beunruhigt mich das internet ein bisschen. Es ist natürlich genial und voller möglichkeiten. Aber. Alles hängt am netz, alle starren in ihre smartphones und werden in dieses grosse schwarze loch gesaugt, von dem kein mensch weiss wer es organisiert, liest, nutzt, verwaltet. Alles kommt so lustig daher. Jeden tag neue vorschläge, lustige ideen und spiele.
Warum ich dem internet kritisch gegenüberstehe fragen mich schon mal leserinnen, war ich nicht eine der pionierinnen der internet blogs? Wahr. Doch bin ich aus der zeit gefallen. Ich „gehe ins netz“, das heisst: ich schalte die kiste ein, mach was ich machen wollte, also hauptsächlich das tagebuch schreiben, vielleicht mal was recherchieren und das ist ja wirklich so genial, in der mediathek was anschauen. Und dann schalte ich aus.
Die meisten leute sind jetzt immer im netz. Wozu hätte man auch ein smartphone, wenn man‘s dauernd ausschalten würde. Im zug sitzen alle mit gebeugtem nacken, den blick eingesaugt ins kleine gerät. Wofür? Alle sind so erpicht darauf diesen schmarrn zu sehen, zu lesen.
Das wäre nicht das schlimmste. Doch scheint mir dass nur wenige sich die dimension der gehirnwäsche und der überwachung klar machen. In den achtziger jahren haben wir noch – haha und erfolgreich – gegen die volkszählung geklagt, weil wir unsere daten nicht preisgeben wollten. Heute tragen sogar viele in meinem freundInnenkreis fitnessbänder, die alle bewegungen, alle körperlichen zustände aufzeichnen und weiter geben. An WEN eigentlich?? Das ist ja als würde man freiwillig mit einer elektronischen fessel leben! Und damit nicht genug lassen sich viele sogar einen chip unter die haut pflanzen, der sogar die haustür öffnet usw. wer verfolgt das? wer hackt das?

Der grosse gefühllose roboter kontrolliert alle.

Das war in meinem sience fiction manuskript „die grenzgängerin“ der ausgangspunkt: alle tragen chips unter der haut, sind überall zu orten, ihre lebensweise immer und überall zu überprüfen. Ich hätte nicht gedacht, dass dieser chip so schnell realität sein würde. Der sphinx verlag wollte es drucken, aber es war noch ein bisschen holprig, ich hätte es überarbeiten müssen und dazu hatte ich angesichts der unheimlichen vision, die ich da hatte, keine lust mehr. Das buchmanuskript liegt noch irgendwo im keller….

True, i‘m worried about the internet, it‘s brilliant of course. However. Everyone stares into the small device being sucked into the big void of whom no one really knows who manages it, who reads it, uses it, controls it, where all the information really goes.
Sometimes my readers wonder why i‘m so judgemental about the net, was i not one of the pioneers of an internet diary. True. But the way i use the internet is totally out of time now. I access the internet, meaning: i turn the laptop on and do my thing, write the diary, look something up in the archives, see a film from the media centre, turn it off.
Most people are always online, always connected to whatever bullshit crops up, to whoever is out there. Do they realize the dimension of brainwash and control involved? In the eighties we refused to participate at the population census – successfully haha – we would have had to hand in personal information.
Today even many of my friends wear fitness bracelets, giving away all their movements, bloodpressure, temperature ecc. I mean its like volonteering for an electronic tie like prisoners have one.
But not enough: many people have a chip planted under their skin. It works like the fitness bracelet but is also able to open your entrance door, start the stove ecc. But WHERE does all this information go to? Who uses it? Who hacks it? Most of these functions are built in a smartphone of course.

Big robot without emotions is watching everyone.

In a science fiction story i wrote in the late eighties, i saw people wearing chips under their skin, never realizing it would be reality so soon. Sphinx edition in basle wanted to print it, but it was still a bit clumsy and i would have had to do some more work. The vision was too uncanny for me. So i gave it up. But i still have the manuscript, somewhere in the cellar...
luisa in one world - 13.03.2018 um 09:36:22

  


Wir sollten von verbraucherInnen zu „aufbraucherInnen“ werden. Verbrauchen genügt nicht. Wir müssen das bereits bestehende aufbrauchen. Nicht wegschmeissen und neu kaufen ist das gebot der stunde, sondern das bereits produzierte und schon mal benutzte wiederverwerten. Bei kleidung liegt der vorteil auf der hand: sie ist schon mehrmals gewaschen, eventuell bei der produktion angefallene giftstoffe sind ausgewaschen (und da gibts auch bei teurer mode erstaunlich viele, wer liest schon das kleine etikett irgendwo an der innenseite). Bei elektronischen/haushalts-geräten ist es umso wichtiger, sie immer wieder zu reparieren und zu erneuern, weil sie oft materialien/erze enthalten, die sehr kostbar sind und unter schrecklichen bedingungen in afrika, südamerika oder asien aus der erde geholt werden, wie zum beispiel coltan, das in fast allen elektronischen geräten steckt. Im kongo wurde nicht nur die umwelt beim wilden abbau von coltan verseucht, die bauern haben auch aufgehört ihre felder zu bestellen, weil es mehr geld bringt coltan zu schürfen, das führt zu nahrungsmittel knappheit. Oft müssen auch kinder diese gefährliche arbeit tun.
Wir, die ver-braucherInnen, die auf-braucherInnen haben die macht!


Its not enough to be a consumer, a user, we have to be re-users. We have to re-use what has been produced and used. With clothing the advantage is evident: it has been washed several times, poisonous ingredients have been washed out – and even in very expensive high fashion stuff there are a lots of them, as you can check on a label hidden somewhere inside. Electronic stuff, phones, computers contain ores like coltane which is dangerous for those who dig it up, often children, it polluts the environment. farmers in central africa have stopped to grow food on their fields because there is more money in working for the electronic companies. Food shortage is one of the consequences.
We, the users and re-users of products have the power!

luisa in one world - 11.03.2018 um 08:53:10

  


Von achims beerdigung fuhr ich direkt nach stuttgart, wo ich am abend im sarah frauencafé aus meinem buch „im körper zuhause“ las und über die verzauberung im alltag erzählte, über göttinnenkraft und wie sie nach hause geholt werden kann.wir webten wunderbare klänge. Am samstag hielt ich zum selben thema einen workshop im stuttgarter welthaus. Weil wir morgens noch auf den schlüssel warten mussten, ging ich mal kurz über den flohmarkt. Was finde ich? Ein terracotta bild von medusa. Sie ist eine der gorgonen, der drei schwestern, die über den unterweltsfluss styx mit ihrem boot fahren. Wer sie sieht erstarrt zu stein. Warum sollte ich in ihr boot steigen? Weil sich mich lehren, nicht vor angst zu erstarren. Und tatsächlich wirkt ihre kraft in meinem leben ganz vorzüglich.

Bei der nächtlichen heimfahrt im zug gabs wieder eine dieser situationen: vier junge männer (diesmal in lederhosen), ziemlich angesoffen, ein etwas älterer mann, auch mit bierflasche, schrien rum, von „bimbos“ und „mongos“ war die rede und es wurde immer bedrohlicher. Da wurde es mir zu blöd. Ich stellte mich ganz ruhig zwischen sie und sagte: so buam, jetzt deats eich amoi anständig aufführn. Du mach dein hosentürl zua und deats de ausländer ned belästigen!
Dea ma ja ned! Sagte kleinlaut der eine und machte den hosenlatz von der lederhose zu. Na is ja recht! Sagte ich. Stille.
Medusa lebt.

Right after achim‘s funeral i went to stuttgart where i read from my book at sarah women‘s café and we weaved a wonderful fabric of sounds. Next day i gave a workshop about spiritual and magical energy in everyday life at the stuttgart worldhouse.
We had to wait for the key and i took the opportunity to stroll around the fleamarket where i miraculously found the clay image of medusa, one of the gorgon women who cross the underworld river styx with their boat. Those who see them freeze and turn to stone, the myth has it. Why should i want to join them in their boat? Because they teach me not to freeze with fear. And indeed their power rocks me good.
When i went home by train at night there was, once again, one of these situations. Four young men, big bavarian guys in lederhose (traditional outfit for men) and one older man with a bottle of beer in his hand, all of them quite pissed, shouted insulting remarks against african and asian people in the compartment. It was getting more and more drastic and menacing.
Then suddenly i‘d had heard enough of that bullshit, i stepped between them and said calmly in broad bavarian: now boys behave! You zip up your fly and don‘t harass the foreigners.
We don‘t! One of them said sheepishly. That‘s alright then, i said. Silence.
Medusa is alive!
luisa in münchen - 09.03.2018 um 17:42:10

 da lag er drin 


 ferdl vom nomiya trauert 


  


  


  


  


  


  


 ilse nachher beim italiener 


die abschiedsfeier von achim bergmann, verleger von trikont "unsere stimme" und freund seit den siebziger jahren wurde zum who's who oder "wer bist du gleich wieder?" der linken/musik szene. ich sag jetzt mal: alle waren da und viele habe ich rund dreissig bis vierzig jahre nicht mehr gesehen. da war achims frau eva, seine söhne, seine engsten freundInnen, viele aus der früheren "arbeitersache" und einige auch aus der frauengruppe, wir haben 1974 die arbeitersachen platte bei trikont gemacht und die frauenplatte "von heute an gibts mein programm".
antje kunstmann, war da, verlegerin vom frauenbuchverlag, der 1976 gegründet wurde - jetzt kunstmann verlag, hans söllner, die attwenger, maria hafner, koflgschroa, hias schaschko und renate,unser aller anwalt jürgen arnold, johanna bittenbinder, silvia kohlstadt - eine der gründerinnen vom verlag frauenoffensive, franz dobler, friedrich ani mit mitautorin inga, dj christos, ringsgwandl und tatsächlich auch stefan dettl von la brass banda - die band hatte trikont verlassen als sie berühmt wurde. die tüllmanns waren da, gisela erler, die mit achim einen sohn hat, jutta fritton, susanne plambeck, der mohrle, der jack von der ehemaligen basis buchhandlung, die jungs von trikont, anatol gardner, achim meyer (dem ich mein hohes schmerzensgeld nach dem unfall verdankte, weil er mich, nach seinem motorradunfall, gecoacht hat)der ferdl, wirt vom bayrisch-japanischen trinklokal nomiya, in meinem früheren viertel haidhausen und viele die ich nicht erkannt habe aber irgendwie kannte und viele die ich gar nicht gesehen hab, weil ich ganz hinten stand.

das polizeiauto vor der friedhofshalle erregte kommentare: nicht mal am grab können sie uns in ruhe lassen! allerdings waren die uniformierten nicht wegen den anarchos sondern wegen winfried kretschmann, dem bad.-württ. ministerpräsidenten da, der eine wirklich schöne, herzliche, warme rede hielt. schöne reden auch von eva, von franz dobler und wunderbare musik u.a. von attwenger, hans söllner, maria hafner mit gruppe, den coconami.
als sich der saal schon gelehrt hatte und der sarg so allein da stand, sangen ilse und ich noch einen jodler und wunderbarerweise fiel der flo von sponton ein, der den auch kannte.

der ministerpräsident von baden württemberg machte sich auf den langen weg um seinen freund zu ehren. wo war münchen?
ja, eva becher war da. sie hatte 2002 die "münchen leuchtet" medaille für achim erstritten. die stadtoberen glänzten durch abwesenheit. münchen hat ein echt seltsames verhältnis zu seiner wirklich spannenden, sehr lebendigen linken und frauen-vergangenheit/gegenwart und natürlich auch zukunft.
danke für alles achim!

luisa in one womans world - 09.03.2018 um 08:38:49

 der herr ist nicht mein hirtehirten sind nur für schafe zuständig nicht für frauen 


hier ein paar tipps:

der artikel "schafft den frauentag ab" in der sz online, brilliant
dort auch der bericht über den frauenstreik in spanien mit über 5 millionen teilnehmerinnen

cambra skadé.wordpress.com "no project" im blog: ihr kurzfilm "winterlauschen" - genial. und alles andere von ihr!

bei meiner schwester threefivesix.blogspot.com die wunderbaren bilder von unserer portugalreise


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