Das Auge

tagebuch / diary

in meinem tagebuch schreibe ich in unregelmässigen abständen über ereignisse, gedanken, träume in meinem leben.
my diary reflects my thoughts, dreams and the events of my life.
fin'ora non riesco ancora di scrivere il diario internet in italiano, ma farò uno sforzo qualche volta!
c'est difficile pour moi ecrire mon journal internet en francais mais je veux essayer quelche fois!
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luisa in one hot world - 28.08.2018 um 17:06:11

 sieht nach regen aus aber es regnet nicht 


Meiner mutter war ich immer zu energiegeladen, zu schnell. Wie würde sie sich freuen, wenn sie mich hier in der hitze sehen könnte. Ich schleiche dahin, brauche eine halbe stunde um ein bild aufzuhängen, literweise trinke ich saft und wasser, tropfe aus allen poren.
Am morgen ist alles anders, da ist es direkt kühl und alles was ich unbedingt machen muss, erledige ich bis etwa zehn uhr, da geh ich auch schwimmen. Dann macht sich die sonne stark bemerkbar. Ich werde zur insektentankstelle – wo ich schwitze trinken sie. Ich hatte so ein komisches gefühl auf der rechten schulter und wollte gerade ungeduldig hinschlagen – ein schmetterling. Ich mach den ventilator an, leg die beine hoch und entspanne mich.

My mum always complained that i'm too energetic, too fast. How she would love to see me now in the heat. I creep along, need half an hour to put up a picture on the wall, i drink litres of juice and water and sweat flows out of my pores. Its different in the morning when it's cool and fresh. What i absolutely have to do i do early in the morning (including swimming). Afterwards the sun gets quite hot. I turn into a fillingstation for insects – where i sweat they drink. I had a funny feeling on my right shoulder and was just about to slap it when i noticed – a butterfly.
I turn the ventilator on, put my legs up and relax.
luisa in one world - 26.08.2018 um 11:25:50

 jetzt reichts dann langsam mit der männerwelt der steinzeit 


 depressive steinzeitmänner im museum von les eyzies 


 der mann macht kunst die frau hütet das kind 


 die museumspädagogische abteilung 


 lucy hilf 


Les Eyzies-du-Tayac
Die Reise durch die Dordogne ist mittlerweile ein bisschen gewöhnungsbedürftig, Gewerbegebiete reihen sich an Gewerbegebiete, Shops, Hotels, Fressbuden – die Reiseportale haben gründliche Arbeit geleistet.
Überall werden Kanufahrten auf der Vezère angeboten, die Frühgeschichte wird lustig aufbereitet, M. und Mme. Steinzeit als Comicfiguren, bunt gezeichnet oder, schlimmer, in Stein gehauen, wie der Cro Magnon Mensch auf dem Balkon des Nationalmuseums für Frühgeschichte in Les Eyzies.

Obwohl dieses Museum vor einigen Jahren eine wirklich wundervolle Ausstellung über Spuren des Weiblichen in der Frühgeschichte ausgerichtet und dazu einen informativen, ungewöhnlichen Katalog "Mille et une femme" herausgebracht hat, ist mittlerweile der Alltag zurückgekehrt, der Rückfall in die patriarchale Leere/Lehre: Männer, Männer, Männer. In der Frühgeschichte gab es Jäger, es gab Waffen aus Stein und allerlei Kunstgegenstände, die der kreative Mann mit erstaunlichen feinmotorischen Fähigkeiten schuf, wenn er nicht gerade ein Viech totzuschlagen hatte. Falls es Frauen gab, sassen sie am Feuer bei den Kinder, oder, nein, Moment: im Museum ist auch der Mensch, der dem Kind anscheinend was beibringt ein Mann.
Langweiliger kann man ein Museum nicht gestalten. Hunderte wenn nicht tausende von Steinwerkzeugen, Geweihen, Knochen von Viechern und explizite Beschreibungen der Jagdtechniken und des Lebens (das niemand wirklich genau weiss) aus dieser Zeit reihen sich aneinander in mehreren Sälen auf zwei Stockwerken. Ach, da, tatsächlich, beinah hätt ichs übersehen, zwei herausgehauene Steine mit Vulven, eine "Venus", eigentlich sollens zwei sein, aber eine ist vermutlich "für Forschungszwecke" entnommen. Die anderen vielen Frauenfiguren hat man wahrscheinlich im Magazin um die Familien nicht mit zuviel Frauenpower zu erschrecken. An Krieg und Kampf sind ja auch Familien mit kleinen Kindern gewöhnt, das passt schon so. Im Fels sind auf ewig die Bildnisse von zwei Männern aus dem 19. Jahrhundert angebracht, die sich für die Forschung (oder wars nicht doch eher die Verschleierung) der "Vor"geschichte nützlich gemacht haben.

Die Führung im "Cave de Sorcier" in der Höhle "des Zauberers" - eine klaustrophobische Erfahrung mit 13 Leuten, darunter verstörten Kindern. In einer total engen Höhle sind wir alle einer gefühlt stundenlangen Belehrung ausgesetzt. Dabei haben die Menschen im Mittelalter den Eingang und den Durchschlupf erweitert, davor konnte wohl nur eine Person liegend gravieren, zeichnen und zum Ausgang rutschen. Von der Idee der Forscher, dass in den Höhlen von "Eliten" Rituale fürs Volk abgehalten wurde kann man sich direkt verabschieden.
Doch die Frau die die Führung macht ist einfach super. Sagt sie doch verschmitzt, den "Zauberer" könnte man natürlich auch anders deuten, denn die Haltung der Figur sei embryonal und das, was als "Geschlechtsteil" des "Zauberers" benannt ist, könnte auch eine Nabelschnur sein, die nämlich in einem Schossdreieck endet.
Geschlechtsteil, dass ich nicht lache. Klar, Männer mögen ihr Allerheiligstes gern überdimensioniert sehen. Aber einen so langen Penis habe ich im wirklichen Leben nur bei einem Esel gesehen. Also: neuen Forschungen steht nichts im Weg ausser der Todesangst der Forscher, das Weibliche könnte sich endgültig als primär und prioritär herausstellen. Da muss natürlich einiges in den Magazinen der Archäologischen Museen der Welt versteckt werden, dass da kein Zweifel aufkommt über das Primat des Männlichen. Dabei wäre die realistischere Version, folgt man den Funden: ein Clan von mehreren Frauen, wenigen Kindern und zwei, drei Männern. Die Frauen haben die Verantwortung für das Leben der Gemeinschaft, Männer sind womöglich viel unterwegs, Frauen schaffen Kultur und Kunst.
Auch das PIP, das Forschungszentrum fürs Paläolithikum bewegt sich leider vom Klischee der steinzeitlichen Männerwelt keinen Zentimeter weg. Zwar haben sie da eine Skulptur von Lucy der bisher ältesten bekannten menschlichen Person stehen, im Gegensatz zum Museum, das gleich am Eingang den Turkana Jungen (1,6 Mio Jahre alt) präsentiert und damit klar macht, worum es den Museumsmachern geht.
Was das aber bedeutet es, wenn Ardi (1996 entdeckt, 3,3 Mio Jahre alt) und Lucy ( 1974 entdeckt, 3,2 Mio Jahre alt), die bisher ältesten Menschen, Frauen sind und wie das Leben der Frauen wohl ausgesehen hat - gähnende Leere in der Pseudolehre. Ich frage mich, was macht so eine männerzentrierte Ausstellung über die Frühgeschichte mit Jungs und vor allem mit Mädchen?

Keine Erwähnung finden auch die neuesten Forschungserkenntnisse von Dean Snow und seinem Team von der University of Pensilvania, USA: drei Viertel der steinzeitlichen Handabdrücke in den Höhlen Frankreichs und Spaniens, die sie untersucht und ausgemessen haben, stammen von Frauen! Welche Bedeutung hat es, wenn Frauen die Handabdrücke hinterliessen und womöglich auch die Steinzeitkunst?
Und: Die Frauen haben von dem Fleisch, das die Männer - vielleicht sag ich mal - jagten, gar nichts gegessen. Aus den wenigen Zahnrückständen zeigt sich, dass die Wildbeuterinnen Vegetarierinnen waren. Die Zeit der Behauptungen sollte vorbei sein. Jetzt kommt die Zeit der Fragen.


luisa in transition - 25.08.2018 um 15:41:15

  


 the national archeological museumles eyzies de tayac 


  


I put all the stuff i need in portugal into my good old car and went off. I hadn't yet made up my mind wether to make it a real holiday trip or drive down as fast as i can. So i drifted into dordogne in a sudden thunderstorm, very refreshing after the heat. I stayed two days at les eyzies de tayac, a place i like a lot, although there is lots of tourism and i'm always apalled at the view of paleolithic and neolithic times at the french national archeological museum. Women looking after babies, men making art, hunting, killing. Haha. When will they ever learn?! What does all this do to boys and, more important – to girls!! anyway, i headed down to spain and was surprised: there was a 20 km bumper to bumper traffic to get out of spain. Wow. Our track into spain was empty – fortunately. A bmw with a british number plate came racing behind me as many fast cars/cardrivers do: they speed up to you and then elegantly overtake you making you look really slow and stupid. Not this one. When he was almost on my backseat i saw in the rear mirror his co-travellers throw their arms up in horror and obviously scream. He woke from his trance and stepped on his brake, turned around twice. Nothing much happened to them because there was absolutely no traffic behind them.
In portugal – aah how i love this country – i smelled eucalyptus when i passed the serra estrela. From burning incense i know what this smell means: fire. The police blocked the traffic for a while. Then two fire brigade cars came, a police car, more firebrigade lorries, two ambulances, lots of firebrigade cars. We were allowed to carry on and i had time to think about how it feels when you can't escape, when the fire surrounds you and there is no way out.
Arrived at my home about two in the night. Some people were still sitting outside enjoying the moon and the cool night. Aaah the beauty!
luisa in transition - 25.08.2018 um 13:13:23

 in dieses auto bricht niemand ein 


 plötzlicher wolkenbruch unterwegs 


 vegetarisches restuarant in les eyzies 


 felswand in les eyzies de tayac 


 unterwegs in nordspanien 


  


Ich packte meine sieben zwetschgen und fuhr mitten in der nacht los in richtung portugal. Einerseits wollte ich mit all den sachen so schnell wie möglich ankommen, doch trieb es mich nach les eyzies de tayac, wo das nationale archäologische museum ist. Die darstellung der steinzeit – davon später mehr. Die landschaft ist wundervoll. Ich blieb zwei tage. Dann weiter nach nordspanien und portugal. Seltsam war, dass anscheinend alle spanien verlassen wollten, während meine spur völlig leer war. Ein bmw mit englischem kennzeichen raste hinter mir auf mich zu, ich dachte er wollte mich überholen, wie das die schnellen autos gern so machen, ganz nah auffahren und dann raus. Aber der nicht. im rückspiegel sah ich, dass die mitreisenden die arme hochrissen und offenbar schrien. Der fahrer erwachte aus seiner trance, machte eine vollbremsung, da war er schon fast auf meinem rücksitz. Er drehte sich zweimal und weil diese autobahnrichtung leer war, passierte weiter nichts.
Später in der nacht, in portugal bei der serra estrela, roch es so gut nach eukalyptus. Ich weiss vom räuchern was das bedeutet und prompt kamen schon zwei feuerwehrfahrzeuge, dann ein polizeiauto, dann zehn feuerwehrfahrzeuge, dann zwei ambulanzen. Funkenflug auf der windschutzscheibe. Ich stieg aufs gas. Und dachte darüber nach wie es ist, wenn du halt nicht rauskommst, wenn es überall brennt. Dann kamen nochmal fast zwanzig feuerwehrautos, ein richtiges feuer sah ich allerdings nicht. es war zwei uhr morgens. Ich kam mit meinem alten auto problemlos an. Die nacht war kühl und überall sassen noch leute vor den häusern.
luisa in motion - 20.08.2018 um 09:51:02

  


schlaflos, gegen halb drei uhr morgens
auf dem balkon kühle sternenstille
da schlecht ein fuchs durch den garten
gutes omen
überall tüten und schachteln
umzugsgut
gut geht mit mir. das schlechte kommt
ins werkstoffhofkröpfchen
und ich krieg langsam
einen vogel

sleepless around twothirty in the morning
on the balcony cool starry silence
a fox sneaks through the garden
good omen
bags and boxes everywhere
ready to go
the good stuff stays with me
the rest goes to recycling places
slowly i drift out to the fairies

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