Das Auge

tagebuch / diary

in meinem tagebuch schreibe ich in unregelmässigen abständen über ereignisse, gedanken, träume in meinem leben.
my diary reflects my thoughts, dreams and the events of my life.
fin'ora non riesco ancora di scrivere il diario internet in italiano, ma farò uno sforzo qualche volta!
c'est difficile pour moi ecrire mon journal internet en francais mais je veux essayer quelche fois!
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luisa in one beautiful world - 30.08.2016 um 06:09:57

  


 heute faul 


Ich denke über ordnung und perfektion nach. Alles scheint ja nach minimalismus und perfektion zu streben, wahrscheinlich weil das einfacher zu verarbeiten ist. Wo nichts ist gibt’s auch nichts zu verstehen. Für mich ist ordnung der augenblick in dem du aufschlägst. Peng!Ähnlich ist es mit perfektion. Wenn etwas perfekt ist, ist es beendet, eigentlich leblos. Natürlich könnte ich nicht im totalen chaos leben. Ich brauche eine gute struktur. Doch wenn zum beispiel dinge nicht da liegen wo ich sie vermute könnte ich ja dafür sorgen, dass sie das nächste mal eben da liegen und ich nicht suchen muss. Doch finde ich im suchen oft unerwartete schätze von denen ich gar nicht mehr wusste dass ich sie hatte. Kostbare augenblicke! Zum beispiel „evening raga & paradiso“ texte und bilder von francesco clemente als er 1971 mit alba, peter orlovsky und allen ginsberg in benares war.
Wenn aus der tiefe des alls plötzlich bilder, worte, farben, stoffe auftauchen, so spielerisch, mühelos, ein bisschen staubig vielleicht – das ist doch göttlich.

I think about order and perfection. Everyone seems to want minimalism and perfection, because it's easier to grasp – where there is nothing there is nothing to understand. To me order is the moment when you hit the ground. Bang! Same with perfection. When something is perfect it's deprived of life.
Of course i couldn't live in total chaos. I need a good structure. But for instance, when things aren't where i supposed them to be i could of course put them where they belong so next time i had no problem finding them. But while searching i find treasures i didn't even know i had them. Precious moments! For example „evening raga & paradiso“ text and pictures by francesco clemente when he went with alba, peter orlovsky and allen ginsberg to benares in 1971.
when from the depth of the universe suddenly pictures, colours, words, fabrics emerge, playful, light, maybe a little dusty – that's divine.
luisa in one world - 29.08.2016 um 08:41:21

 margarete bei den schafen 


 im schönen atelier saal 


 eiskaffee in schnakenburg 


 ein bahnhof unterwegs 


Nach einem wunderbaren wochenende bei margarete petersen im atelier von dieter buchmann und margarete im wendland mit viel frauenpower, leckerem essen und vielen wortspielen konnte ich mal wieder die flexibilität der bahn erleben, die beweist dass ein fahrplan oft nicht mehr als eine schöne vorstellung ist. Der entscheidende schnellzug fiel aus, alles stapelte sich bei hochsommerlichen temperaturen im regionalzug, kinder schrien, alle schwitzten. Und doch: ich machte eine wirklich schöne erfahrung, die mal wieder meine vorurteile auflöste. Da saß eine familie, die ich gleich rechtsradikal einordnete, der mann hatte totenkopftattoos, die gespräche waren laut und naja, egal. Eine familie mit einer verschleierten frau, zwei mädchen mit kopftüchern und einem baby wollte einsteigen. Der mann den ich für einen rechten gehalten hatte, sprang herbei und half der frau den kinderwagen in den zug zu stemmen, dann machten alle platz für die frau mit dem baby.
Gegen mitternacht kam ich endlich heim und war rundum glücklich.

After a wonderful weekend at margarete petersen's and dietmar buchmann's art studio in the wendland region with lots of woman power, good food and playing with language i experienced once more german rail's flexibility. A time table is no more than a hopeful idea what with fast trains being cancelled and people crowding the regional trains trying to get home with high summer temperatures.

But i had such a positive experience dissolving my prejudice. There was this family which i immediately took for right wing because of the nature of tattoos and their conversations. A veiled woman with a pram and two daughters with headscarves tried to enter the train and had problems with the pram. The man with the scull and fire tattoo jumped up, helped her lift the pram inside and his family made room for the mother with the baby.
Finally i got home happily around midnight.
luisa in one strange world - 26.08.2016 um 05:05:06

  


kein mann hat einer frau vorzuschreiben was sie anzuziehen oder auszuziehen hat. punkt.

no man is entitled to tell a woman what to wear what to take off. fullstop.
luisa in one mysterious world - 24.08.2016 um 14:57:22

 ausziehen und zwar sofort 


 die wollen dass wir uns ausziehen 


 das könnte ihnen so passen 


 lass dich mit dem kopftuch bloss nicht erwischen brischitt 


 und das geht natürlich gar nicht 


Frankreich dreht durch. Nach dem burkini verbot patrouillieren jetzt in nizza am strand schwer bewaffnete polizisten an den stränden und verlangen von bekleideten frauen dass sie sich ausziehen, weil ganzkörperbekleidung der guten moral widerspreche. Da sag ich doch nur: zieht euch gefälligst eure uniformen am strand aus, das ist doch keine angemessene kleidung!

France is getting crazy. After banning the burkini, police – fully armed fully dressed in uniforms – told a woman on nice beach to take off her clothes because she was not dressed according to good morals. My advice: while on the beach take off your uniforms!
luisa in one mysterious world - 23.08.2016 um 09:27:42

 alles mist 


 nahrung in hülle und fülle 


 nessel minze schafgarben tee 


Ein glückliches händchen hat unser innenminister de maiziere wirklich nicht. Zuerst scheitert er schon als verteidigungsminister und jetzt bringt er ein thema ins sommerloch, das die ohnehin angstgeschüttelten deutschen noch mehr verängstigt: wir sollen uns vorräte für katastrophen zulegen. Das war doch immer das thema der „morgen-geht-die-welt-unter“ fraktion. Zuletzt stiegen mal im chiemgau ein paar leute mit dosenfutter in einen bunker weil sie dachten die welt geht unter. Da klopfte nach zwei wochen die nachbarin an die tür: kennts aussa kemma, d'welt is ned unterganga.
Die discounter und supermärkte jubeln. Die etwas schleppend verkauften ollen konserven werden aus den regalen gerissen, flaschen gebunkert. Ich überlege: was würde ich in den keller stellen? Aus konserven mag ich nichts essen, plastikflaschen die eventuell zehn, zwanzig jahre da rumgestanden haben machen das wasser auch nicht trinkbarer. Ich schätze ich werde mich von brennesseln ernähren wie der tibetische eremit milarepa und aus dem steinsee trinken... Interessant finde ich die vorstellung, dass wir uns womöglich irgendwann auf den weg machen müssen und dann auf menschen treffen, die uns hassen, weil wir flüchtlinge sind.


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