Das Auge

tagebuch / diary

in meinem tagebuch schreibe ich in unregelmässigen abständen über ereignisse, gedanken, träume in meinem leben.
my diary reflects my thoughts, dreams and the events of my life.
fin'ora non riesco ancora di scrivere il diario internet in italiano, ma farò uno sforzo qualche volta!
c'est difficile pour moi ecrire mon journal internet en francais mais je veux essayer quelche fois!
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luisa in one magical world - 22.11.2017 um 09:51:49

  


Rausfallen aus der norm
in absenzen gehen wie in der kindheit
ins narrenkastl schauen
als kind passierte es mir
heute kann ich bewusst eintauchen
ich fühle die notwendigkeit
die norm zu durchbrechen oder
gar nicht erst darin gefangen zu sein
worte genauer zu betrachten
worthülsen zu entsorgen

ich will die kinderwelt wieder öffnen
wahr nehmen statt bewerten
ausflüge ins normale – warum nicht
hin und her springen zwischen wirklichkeiten
das ist das wahre entzücken

to fall out of the normal
be absent like in childhood
look into the void without ending up there
as a child it happened to me
now i can go there and back at my own will
i feel the necessity to break through the normal
or not to be imprisoned by it in first place
i want to check out words and get rid of hollow
word shells
i want to open the childhood plane again
perceiving instead of judging
trips into the normal – why not
the changing between planes, realities
is the real bliss
luisa in one quiet world - 20.11.2017 um 09:14:55

  


Mit meinem entschluss mehr und mehr in portugal zu leben bin ich erstmal ins umfassende alleinsein gegangen und je alleiner ich war je mehr fühlte ich mich bei mir zuhause. Es war halt zeit, auch meine verborgenen schätze hervorzuholen und mich damit zu organisieren. Allein bin ich sowieso nie wirklich. ab und zu treffe ich mich mit leuten hier, aber meistens bin ich für mich. für mich - ein schöner ausdruck finde ich.
Stille, nur die siebenschläfer im gebälk. Ich rede mit ihnen, sie antworten trappelnd. Das mag ich. Die vögel. Ich weiss nicht immer die namen die menschen ihnen geben, aber ich singe und sie singen zurück. Wind kommt auf und die alte feige wispert. Manchmal treffe ich füchse wenn ich nachts lang irgendwo bei den steinen sitze und still bin. Manchmal kommen baummarder zu besuch. Dann starren wir uns ruhig an und ich muss mich beherrschen dass ich nicht zu lachen anfange, weil sie so komisch ausschauen wenn sie sich konzentrieren.
Die hunde. Ja, die sind eigentlich immer irgendwie einsam, die wollen gestreichelt und gefüttert werden und oft sind sie irgendwo eingesperrt.
Den holzwürmern habe ich abgeschnittene äste von der feige serviert, jetzt lassen sie die holzdecke in ruhe. Da hab ich mich an die marder früher in ambach erinnert, sie haben nie meine autoschläuche durchgebissen weil ich ihnen rosinen hingestellt hab. Wer einmal rosinen gegessen hat, mag keinen autogummi mehr, das weiss ich aus erfahrung. Also das mit den rosinen...

With my decision in to move more and more to portugal i went into alone-ness, at first almost completely, and the more alone i was the more at home with myself i got. It was time to dig up my hidden treasures and get to terms with them. sometimes i meet people here, but most of the time i'm with/for myself.
Silence, only the dormouse family up under the roof. I talk to them, they answer pattering about. I like that. And the birds. I don't always know what they are called by humans but i sing and they sing back. Wind rises and the old figtree is whispering. Ocasionally i meet foxes when i'm out with the old rocks at night and sit quietly for a while. And the wild martins visit me sometimes. We sit and stare at each other and i have to hold back a giggle because they look so funny when they concentrate.
The dogs. They want to be kuddled and fed but most of the time they are locked away somewhere.
When i discovered woodworms in the wooden ceiling i fed them cut off twigs from the figtree and they love it and leave the ceiling alone now. I remembered when i was in ambach and the martins used to bite our cables in the cars, I gave them raisins to eat and they left my car alone. When you have tasted sweet raisins you don't like cables anymore. I know it from experience, i mean the bit with the raisins....
luisa in one amazing world - 19.11.2017 um 08:19:09

  


  


Ich lese gerade wieder „gertrude and alice“ von diane souhami, die geschichte von gertrude stein und alice toklas, die sich 1907 kennenlernten und bis zu gertrudes tod 1946 keinen tag getrennt waren. Ich fand ja immer, das „die autobiographie von alice toklas“ das einzig wirklich lesbare buch von gertrude stein war, obwohl ich die anderen amüsant und irgendwie verwirrend finde. Aber man muss sich vorstellen, dass diese zwei jüdischen amerikanerinnen in paris nicht nur eine unglaubliche kunstsammlung aufbauten sondern auch generationen von malerInnen und schriftstellerInnen inspirierten (marie laurencin, pablo picasso, hemmingway, paul bowles, jane bowles, peggy guggenheim, usw.). das allererstaunlichste aber: sie machten nach dem krieg truppenbetreuung für amerikanische soldaten, in scharen kamen die in die rue christine wo die beiden frauen lebten und die beiden reisten auch zu kasernen wo soldaten stationiert waren. Das ist ungefähr so als würde ute schiran mit rita hagelstange deutsche soldaten in afghanistan besuchen und ute würde ihnen aus ihrem text „mermaid und lilith begegnen einander“ vorlesen.
gertrude schrieb nach dem krieg auf ihrer reise durch deutschland: „lass jedes deutsche kind wissen, dass es seine pflicht ist jeden tag seine gute tat zu vollbringen und nicht zu glauben was der vater oder der lehrer ihm sagt. Bring sein hirn durcheinander und es wird vielleicht keine befehle befolgen und die welt wird im frieden sein.“
das muss in einer wolke gespeichert worden sein und ich habe es bei meiner geburt eingeatmet.

Diane Souhami „Gertrude und alice“ gibt’s auch auf deutsch, Ute Schirans texte alle bei www.frauenliteratur.de – die auch alle besorgbaren bücher besorgen und verschicken.

I'm reading „gertrude and alice“ by diane souhami again. The story of gertrude stein and alice toklas who met 1907 and were never one day seperated until gertrudes death in 1946. i always thought the only readable book by gertrude is the autobiography of alice toklas, as much as her other books confuse and amuse me. But you have to bear in mind that these two jewish american women not only gathered a fantastic art collection but also inspired generations of writers and artists (marie laurencin, peggy guggenheim, pablo picasso, paul and jane bowles, hemingway ecc), the most amazing thing: they travelled to american troups and entertained soldiers with gertrudes texts, the soldiers came in great numbers to rue christine where the two women lived. That could be compared to ute schiran and rita hagelstange travelling to german soldiers in afghanistan and ute reading her text „mermaid and lilith begegnen einander“ to them (fantastic text)
after the war gertrude wrote during her trip through germany:“ make every german child know that it is its duty to do its good deed and not to believe something its father or teacher tell them, confuse their minds and perhaps they will disobedient and the world will be at peace“.
I suppose this was saved in a cloud and when i was born i inhaled it.
luisa in one wild world - 18.11.2017 um 15:33:33

  


  


  


Die natur ist beHERRschbar – in den städten mags vielleicht so scheinen, als ob die natur ihre kraft verloren hätte. Aber lass eine flut, einen wirbelsturm, ein erdbeben kommen, schon bedeuten die errungenschaften der zivilisation nicht mehr viel.
Hier im alentejo ist die natur für mich viel präsenter als z.b. in bayern. Wenns nachts kalt wird, erinnert mich das an meine kindheit auf berghütten, schlottern, warm einpacken (gemütlich aber auch bisschen kratzig), morgens mit eiskaltem wasser am brunnen waschen. Tatsächlich liebe ich das.
Die temperaturunterschiede merke ich hier viel mehr, wahrscheinlich sind sie auch krasser. Wenn's in bayern nass und kalt ist, dann ist's halt nass und kalt. Hier ist's vielleicht mal nass und kalt (gern auch nachts) und nachmittags 25 grad und sommerlich. Oder es regnet zwei tage und danach ist plötzlich goldener herbst angesagt. Das liebe ich eben auch so.

we will never MASTER nature. Maybe it seems so in the cities, but come hurrican, flood, earthquake - then the achievments of civilization are almost forgotten.
In the alentejo i feel nature much more as an immediate force, more than in bavaria. When it's cold at night it reminds me of our nights in mountain huts in childhood, shivering with cold and then cuddle up in woollen blankets (scratchy though) and wash in ice cold water at the well. I actually love that.
The change of temperature is felt more clearly here and i suppose it is more radical too. When the weather is cold and wet in bavaria it's cold and wet. Fullstop. Here it may be cold and wet (often at night) and when the sun comes out and it's a summerly 25 degrees. Or it rains for two days and afterwards it's golden autumn all over. I love that too.
luisa in one beautiful world - 16.11.2017 um 10:50:45

  


  


Ich ging noch bei dunkelheit hinaus. Dieser sternenhimmel! Der junge mond! Kurz vor sieben macht die bäckerin auf. Der totengräber war schon da. Grüsste mich, ich ihn. Er: cedo (früh)! Ich mag es dass er so wortkarg ist, das versteh ich wenigstens gleich. Ich nickte also. Er: frio! Ich nickte. Er: nao gostas a cama (du magst das bett nicht). Ich: sim, gosto. Mas tambem gosto a luz da manha (aber ich mag auch das licht am morgen. Er schaute mich nachdenklich an. Die bäckerin lachte.

Went out before there was light. The sky full of stars! The young moon! Around seven the baker's wife opens. The grave digger was already standing there. He said bom dia, i said bom dia. He said: cedo (early)! I nodded. I like his way of talking, never a word too much. So i understand him immediately. He: frio! I nodded. He: nao gostas a cama - you don't like the bed. i said: i like it, but i also like the light of the morning. A penny for his thoughts. The baker's wife laughed.

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