Das Auge

tagebuch / diary

in meinem tagebuch schreibe ich in unregelmässigen abständen über ereignisse, gedanken, träume in meinem leben.
my diary reflects my thoughts, dreams and the events of my life.
fin'ora non riesco ancora di scrivere il diario internet in italiano, ma farò uno sforzo qualche volta!
c'est difficile pour moi ecrire mon journal internet en francais mais je veux essayer quelche fois!
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luisa in one amazing world - 19.11.2017 um 08:19:09

  


  


Ich lese gerade wieder „gertrude and alice“ von diane souhami, die geschichte von gertrude stein und alice toklas, die sich 1907 kennenlernten und bis zu gertrudes tod 1946 keinen tag getrennt waren. Ich fand ja immer, das „die autobiographie von alice toklas“ das einzig wirklich lesbare buch von gertrude stein war, obwohl ich die anderen amüsant und irgendwie verwirrend finde. Aber man muss sich vorstellen, dass diese zwei jüdischen amerikanerinnen in paris nicht nur eine unglaubliche kunstsammlung aufbauten sondern auch generationen von malerInnen und schriftstellerInnen inspirierten (marie laurencin, pablo picasso, hemmingway, paul bowles, jane bowles, peggy guggenheim, usw.). das allererstaunlichste aber: sie machten nach dem krieg truppenbetreuung für amerikanische soldaten, in scharen kamen die in die rue christine wo die beiden frauen lebten und die beiden reisten auch zu kasernen wo soldaten stationiert waren. Das ist ungefähr so als würde ute schiran mit rita hagelstange deutsche soldaten in afghanistan besuchen und ute würde ihnen aus ihrem text „mermaid und lilith begegnen einander“ vorlesen.
gertrude schrieb nach dem krieg auf ihrer reise durch deutschland: „lass jedes deutsche kind wissen, dass es seine pflicht ist jeden tag seine gute tat zu vollbringen und nicht zu glauben was der vater oder der lehrer ihm sagt. Bring sein hirn durcheinander und es wird vielleicht keine befehle befolgen und die welt wird im frieden sein.“
das muss in einer wolke gespeichert worden sein und ich habe es bei meiner geburt eingeatmet.

Diane Souhami „Gertrude und alice“ gibt’s auch auf deutsch, Ute Schirans texte alle bei www.frauenliteratur.de – die auch alle besorgbaren bücher besorgen und verschicken.

I'm reading „gertrude and alice“ by diane souhami again. The story of gertrude stein and alice toklas who met 1907 and were never one day seperated until gertrudes death in 1946. i always thought the only readable book by gertrude is the autobiography of alice toklas, as much as her other books confuse and amuse me. But you have to bear in mind that these two jewish american women not only gathered a fantastic art collection but also inspired generations of writers and artists (marie laurencin, peggy guggenheim, pablo picasso, paul and jane bowles, hemingway ecc), the most amazing thing: they travelled to american troups and entertained soldiers with gertrudes texts, the soldiers came in great numbers to rue christine where the two women lived. That could be compared to ute schiran and rita hagelstange travelling to german soldiers in afghanistan and ute reading her text „mermaid and lilith begegnen einander“ to them (fantastic text)
after the war gertrude wrote during her trip through germany:“ make every german child know that it is its duty to do its good deed and not to believe something its father or teacher tell them, confuse their minds and perhaps they will disobedient and the world will be at peace“.
I suppose this was saved in a cloud and when i was born i inhaled it.
luisa in one wild world - 18.11.2017 um 15:33:33

  


  


  


Die natur ist beHERRschbar – in den städten mags vielleicht so scheinen, als ob die natur ihre kraft verloren hätte. Aber lass eine flut, einen wirbelsturm, ein erdbeben kommen, schon bedeuten die errungenschaften der zivilisation nicht mehr viel.
Hier im alentejo ist die natur für mich viel präsenter als z.b. in bayern. Wenns nachts kalt wird, erinnert mich das an meine kindheit auf berghütten, schlottern, warm einpacken (gemütlich aber auch bisschen kratzig), morgens mit eiskaltem wasser am brunnen waschen. Tatsächlich liebe ich das.
Die temperaturunterschiede merke ich hier viel mehr, wahrscheinlich sind sie auch krasser. Wenn's in bayern nass und kalt ist, dann ist's halt nass und kalt. Hier ist's vielleicht mal nass und kalt (gern auch nachts) und nachmittags 25 grad und sommerlich. Oder es regnet zwei tage und danach ist plötzlich goldener herbst angesagt. Das liebe ich eben auch so.

we will never MASTER nature. Maybe it seems so in the cities, but come hurrican, flood, earthquake - then the achievments of civilization are almost forgotten.
In the alentejo i feel nature much more as an immediate force, more than in bavaria. When it's cold at night it reminds me of our nights in mountain huts in childhood, shivering with cold and then cuddle up in woollen blankets (scratchy though) and wash in ice cold water at the well. I actually love that.
The change of temperature is felt more clearly here and i suppose it is more radical too. When the weather is cold and wet in bavaria it's cold and wet. Fullstop. Here it may be cold and wet (often at night) and when the sun comes out and it's a summerly 25 degrees. Or it rains for two days and afterwards it's golden autumn all over. I love that too.
luisa in one beautiful world - 16.11.2017 um 10:50:45

  


  


Ich ging noch bei dunkelheit hinaus. Dieser sternenhimmel! Der junge mond! Kurz vor sieben macht die bäckerin auf. Der totengräber war schon da. Grüsste mich, ich ihn. Er: cedo (früh)! Ich mag es dass er so wortkarg ist, das versteh ich wenigstens gleich. Ich nickte also. Er: frio! Ich nickte. Er: nao gostas a cama (du magst das bett nicht). Ich: sim, gosto. Mas tambem gosto a luz da manha (aber ich mag auch das licht am morgen. Er schaute mich nachdenklich an. Die bäckerin lachte.

Went out before there was light. The sky full of stars! The young moon! Around seven the baker's wife opens. The grave digger was already standing there. He said bom dia, i said bom dia. He said: cedo (early)! I nodded. I like his way of talking, never a word too much. So i understand him immediately. He: frio! I nodded. He: nao gostas a cama - you don't like the bed. i said: i like it, but i also like the light of the morning. A penny for his thoughts. The baker's wife laughed.
luisa in one wonderful world - 15.11.2017 um 09:54:45

  


 noch eine henne 


 kein mensch weiss wer diese steintürmchen errichtet hat 


Wenn ich archäologin wäre, würde ich alle tage nur über die felder gehen und die wunder entdecken, die aus der steinzeit und der eiszeit dort herumliegen, steinerne monde und tiere z.b. Ich würde (naja, was ich eh schon mache) registrieren was ich wo gefunden habe, dann würde ich die objekte zusammenlegen und zu spinnen anfangen. Aber die armen archäologInnen sitzen alle tage nur in ihren langweiligen universitäts-stübchen und rechnen und schreiben wie in der schule. Manchmal dürfen sie auch ein bisschen graben, wenn ihnen jemand geld gibt – dann sollen sie gold, keramik, elfenbein, waffen oder münzen finden. Wenns das nicht gibt – geldhahn zu. Naja oder so ähnlich...


if i were an arqueologist i would walk over the fields all day and discover the miraculous objects that stoneage and iceage have left behind,moon sickles and animals made of stone for instance. I would ( and of course that's what i do anyway) register where i found what, i would put the objects together and start to play and muse. But the poor arqueologists have to sit all day long in their boring little university rooms and calculate and write like in school. Sometimes there are allowed to dig a little bit, if someone gives them money that is. Then they are supposed to find gold, ivory, pottery, weapons or coins. If they don't find that – end of money flow. Or so i imagine...
luisa in one world - 14.11.2017 um 10:03:23

 die verwitterten bilder der kapelle 


  


 st martin in monsaraz 


Ich fuhr nach monsaraz. Die einwohnerInnen und ladenbesitzerInnen feierten st.martin nach (am tourismus armen montag). Traditionell bringen alle was mit, vorwiegend maroni, granatapfelkerne, süsse kuchen, chorico (scharfe speckwurst), käse, portwein usw. Zwei schwestern aus seattle waren da, die in portugal schöne textilien und keramik einkaufen um sie dann zuhause zu verkaufen. Sie kennen mizette und ihre weberei in reguengos de monsaraz seit zwanzig jahren und lieben ihre umhänge, decken und teppiche. Wir sassen noch auf einen sonnenuntergangs-schluck zusammen im xarez.

Vor ein paar tagen nahm ich eine frau im auto mit, von der sich rausstellte, dass sie deutsche ist und in der sappho stiftung/charlottenberg arbeitet. Sie schickte mir fotos von resten einer bemalung in der kapelle unterhalb der burgmauer von monsaraz. Ich war platt: ich dachte immer das sei ein wasserhäuschen, ist aber eine kapelle. Das besondere: in zwei fast verwitterten malereien sind frauen/göttinnen?/königinnen? zu sehen, die auf lindwurm oder schlange reiten.


Drove to monsaraz where the inhabitants and shop owners celebrated a belated st martin ceremony - on monday since there are very view tourists. It's the tradition to bring food and share it with everybody, sweet cakes, wine, sweet chestnuts, pomegranate seeds, cheese, chorico ecc. Two sisters from seattle were also there who travel through portugal buying traditional textiles, pottery ecc and selling it all at home. They've known mizette and her factory/weavery in reguengos de monsaraz for twenty years and love her blankets, carpets and shawls a lot. We had a sundown drink at the xarez and chatted.

A few days ago i gave a woman a lift and she turned out to be german working with the sappho foundation/charlottenberg. She sent me pictures of paintings in the little chapel at the foot of monsaraz castle. I was stunned. I had always thought it to be a water house, but it's a medieval chapel and the surprise is: two of the - rotting alas! - paintings in there depicture women/queens?/goddesses? riding on dragon or snake.

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