Das Auge

tagebuch / diary

in meinem tagebuch schreibe ich in unregelmässigen abständen über ereignisse, gedanken, träume in meinem leben.
my diary reflects my thoughts, dreams and the events of my life.
fin'ora non riesco ancora di scrivere il diario internet in italiano, ma farò uno sforzo qualche volta!
c'est difficile pour moi ecrire mon journal internet en francais mais je veux essayer quelche fois!
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luisa in one world - 28.01.2018 um 07:54:09

 fotografieren digitalessen und trinken analog 


 freundinnennicht nur bei flickr 


  


  


Das einzige soziale netzwerk in dem ich schon seit über zehn jahren unterwegs bin ist flickr, die bilder-seite im internet. Kurz war ich auch bei fotocommunity, da habe ich als erstes bild ein foto von einem doppelten regenbogen im brucker moos reingestellt und ein mr. superschlau behauptete, das hätte ich zu stark bearbeitet.ich hatte es überhaupt nicht bearbeitet. Da waren mir zuviele experten, deshalb ging ich gleich wieder raus. Bei flickr ist es gemütlicher. Es ist das bild der welt in millionen ansichten, du kannst weltreisen machen, in botanische, elementare welten abtauchen und überlegen warum dir was gefällt und was nicht. Für mich ist dieser spaziergang durch bilder auch ein training, eine art schule des sehens. Über persönliche fotos sieht man auch mehr von der welt, von den lebenswirklichkeiten, als durch den filter der offiziellen medien.

Flickr, instagram, fotocommunity und ähnliche sind allerdings auch fast das ende der professionellen bezahlten fotografie z.b. für reportagen. Es wird wohl immer industriefotografie oder modefotografie von profis geben. Aber die meisten medien holen sich fotos tatsächlich kostenlos aus den netzwerken. Getty pictures macht aus den hobby-fotos z.b. bei flickr das grosse geschäft und bei instagram gibt man wohl alle rechte ab wenn man was reinstellt.
Ich bin aus flickr zweimal rausgegangen und habe immer wieder neu angefangen, auch weil es dort so interessante menschen gibt, die einen so ungewöhnlichen blick auf die welt und das leben haben. Meine jetzige seite musste ich neu anfangen, weil ich in die alte seite seit dem verkauf von flickr an yahoo nicht mehr reinkomme. Eigentlich nervt mich das total und ich denke immer wieder drüber nach ganz rauszugehen. Aber dann haben wir wieder eins von diesen lustigen flickr-münchen-treffen…
Das internet ist einfach so brilliant, du kommst an texte, von denen du nie erfahren hättest, du siehst ungewöhnliche bilder, die es nie in ein buch oder hochglanzmagazin geschafft hätten. Die gefahr ist halt, dass die menschen, die mit texten und bildern ihren lebensunterhalt verdienen, so langsam den boden unter den füssen verlieren.

the only social network i‘m in is flickr - for more than ten years now. I did join fotocommunity once, but when i posted a picture of a double rainbow in the moor here and a mr. superbright told me i had overdone the work on it (i had done nothing) i left. I did leave flickr twice but came back because of the interesting pictures and people there. You can go on a world trip and admire views and sights you‘d never see with your own eyes, it‘s the world in a million pictures. To see so many pictures every day is also a kind of training. What do i see? Why do i like it? Why does it leave me stunned? why does it bore me? Ecc. You also see a lot more and more clearly what moves people, how they live, what happens to them, it‘s often closer to real life than the pictures selected by the media.
Of course sites like flickr, fotocommunity or instagram are almost the end of professional photography. There will always be fashion photography or industrial professional photography i suppose, but when it‘s about travelling, about places or cities, about social and human aspects most media take pictures from photo sites. For free. Getty pictures made big business of flickr pics, and in instagram you give up all rights i‘ve been told. I left flickr twice and came back. my current account was necessary because i couldn't access my old account any more when yahoo took over. I do think of giving it all up but then we have one of those great flickr meetings in munich…
the internet is brilliant. You get to read texts you‘d have never discovered without, you see pictures which wouldn‘t have made it into books or magazines. But if you live off writing or photography times get tougher.
luisa in one strange world - 26.01.2018 um 13:17:42

  


  


  


Es gibt in lissabon kein viertel in dem so schräge typen rumlaufen wie nachts am münchner ostbahnhof. Das ist schon gewöhnungsbedürftig wenn du nach einer langen reise da ankommst, es ist saukalt, überall stehen welche mit bierflaschen rum, und dann dieser bayrische mann mit einer unbeschreiblich fetten wampe, der einen ausländisch aussehenden jungen mann verbal und mit unmissverständlicher körpersprache anmachte, er solle ihm einen blasen. Der junge mann wich zurück. Normalerweise vermeide ich es, mich nachts gegen halb zwei an einem bahnhof in einen konflikt zwischen männern einzumischen. Geht mich ja nix an. Aber gestern platzte mir der kragen. Ich sagte zu dem mann: wenn sie jeden tag fleissig vorbeugeübungen machen, dann können sie sich vielleicht bald selber einen blasen und sind unabhängig. Er schaute mich an wie ein raumschiff. Der junge mann verschwand.

There is no place in lisbon as strange as munich ostbahnhof at night. Men with beer bottles hanging round waiting for something to happen. When you arrive tired after a long journey it‘s difficult to adjust to this cold and creepy atmosphere. There was this bavarian man with an incredibly fat belly harassing a young foreign looking man, asking him verbally and with unmistakingly rude body language for a blowjob. Normally i wouldn‘t interfere in a conflict between two men around onethirty p.m. at a station but somehow i couldn‘t take it any longer. I said: if you train hard bending forward every day maybe one day you can do the blowjob to yourself and get independent. He looked at me like a space ship. The young man disappeared.
luisa in one beautiful world - 24.01.2018 um 09:21:21

  


  


  


Seit „die magie der steine“ ist jedes meiner bücher in der essenz im alentejo entstanden, „im körper zuhause“ habe ich komplett hier geschrieben. Überall habe ich ein notizheft dabei, schreibe ideen und ganze kapitel mit der hand rein und zeichne irgendwo unterwegs, und ich fotografiere viel für meine „bilderbücher“. Wenn ich im haus bin werfe ich den laptop an. Hier zu arbeiten ist das reinste vergnügen.

All my books of the last years were inspired and created here, in the alentejo. I always keep a notebook with me, write down ideas, whole chapters by hand, i draw and take pictures. When i'm back in the house i start the laptop. To work here is pure pleasure.
luisa in one enchanting world - 23.01.2018 um 12:37:55

  


 ich glaub das ist ein turmfalke 


  


Schon öfter bin ich gefragt worden, ob ich nicht einsam bin, allein in portugal. Mein halbes leben habe ich in wohngemeinschaften und hausgemeinschaften gelebt, das war auch gut. Aber jetzt will ich mit mir allein leben, mich selbst näher kennenlernen, zum beispiel: was denke ich und was mache ich wenn es keine ablenkung gibt, und meinen ureigenen rhythmus finden. Ich bin zwar bei mir zuhause allein, aber wenn mir nach gesellschaft ist gehe ich raus. Ich bin ja kommunikativ, portugiesisch kann ich jetzt auch. Und wenn ich in deutschland bin, habe ich freundinnen und familie. Und dann ist da noch die ganze welt der nicht körperlichen wesen, der pflanzen, der tiere, der elemente – extrem beglückend.
Das mit der einsamkeit ist eh seltsam – am einsamsten ist man doch wo man sich nicht wohl fühlt. Ich fühle mich in meinem leben sehr wohl und bin auch sehr eigenständig. Einsam fühle ich mich nie. Ich brauch nicht dauernd andere menschen um mich herum. Natürlich hatte ich das alles. Aber jetzt wo ich alt werde ist es einfach gut meinen raum und meine lebensweise zu haben.

I have often been asked wether i'm not lonely, alone in portugal. Half of my life i've shared flats and houses with others and enjoyed it. But now it's time to get to know myself better, like what do i think and do when there is no distraction for instance, and find my own rhythm. At home i'm alone, but when i feel like company i go out. I'm easy with people, i can speak the language. And when i'm in germany i have friends and family. And then there is the whole world of spirits, plants, animals, elements – extremely blissful.
Loneliness is strange anyway – isn't one the most lonely where one doesn't feel good? I feel good in my own life and i'm very independent.I never feel lonely. I don't need people around me all the time. Of course i had all that. Now that i'm getting old its good to be in my own space and spirit.
luisa in one world - 20.01.2018 um 07:44:09

  


Als ich über mein frühstück schrieb, fing ich an nachzudenken, ob das wohl alles stimmt was die ernährungsexpertInnen so sagen. Meine mutter zum beispiel hat am liebsten fett, zucker und kohlehydrate gegessen. Zwar im sommer auch gern johannisbeeren (mit zucker) oder stachelbeeren, aber ihr frühstück war jeden morgen eine semmel mit butter und marmelade und zwei, drei tassen kaffee mit unvorstellbar viel dosenmilch und zucker. Vom schweinebraten hat sie am liebsten die knusprige fettkruste gegessen. In jungen jahren leerte sie schon eine flasche rotwein am abend. Jeden tag gabs ein stamperl „wacholder“ also gin und wenn sie sich matt fühlte ein löfferl melissengeist (70% mit zucker). Ich hab immer noch zwei flaschen im küchenschrank. In der blüte ihrer jahre hatte sie was ärzte übergewicht nennen. In der kriegszeit hat sie nie gehungert weil mein opa seiler war und bei den bauern seile gegen kraut und kartoffeln eintauschen konnte. Sie überlebte zwei schlaganfälle (mit meinem strengen training) und ist fast 93 jahre alt geworden. Sie hat sich nicht einmal gefragt ob sie wohl gesund lebt.

When i wrote about my breakfast i started to think about food and wether the experts in nourishment are really right. Mum for instance fed on sugar, fat and carbs. During summer she liked red currants with sugar and gooseberries, but her breakfast was invariably a white bun with butter and jam and a few cups of coffee with incredible lots of condensed milk and sugar. When she had roast pork she preferred the crusty fat of the top. In her younger years she would empty a bottle of red wine every night. Also she liked small quantity of gin she called „juniper“ every day and when she felt weak she „took“ a spoonfull of that german superdrug called „melissengeist“ with sugar ( lemon balm spirit,70% alcohol). I still have two bottles on the kitchen shelf. She never starved in war times because my grandfather, a rope maker, swopped ropes for potatoes and cabbage. During her best times she was, as doctors would call it, overweight. She survived two strokes (with my strict training) and lived almost to 93 years of age. She never once doubted wether she lived a healthy life.

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