Das Auge

tagebuch / diary

in meinem tagebuch schreibe ich in unregelmässigen abständen über ereignisse, gedanken, träume in meinem leben.
my diary reflects my thoughts, dreams and the events of my life.
fin'ora non riesco ancora di scrivere il diario internet in italiano, ma farò uno sforzo qualche volta!
c'est difficile pour moi ecrire mon journal internet en francais mais je veux essayer quelche fois!
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luisa in one mysterious world - 15.01.2018 um 09:00:09

 soziale gerechtigkeitden bach runter 


Mittlerweile gibt es airbnb agenturen, die den wohnungs/hausbesitzerInnen die arbeit abnehmen. Eine mit sitz in london stattet die wohnungen/häuser sogar mit inneneinrichterInnen aus und macht luxusherbergen draus. Wo führt das hin? Jetzt schon werden geringverdienerInnen, studentInnen, rentnerInnen aus den städten gedrängt, für manche gibt’s nur noch die alternative in ein land auszuwandern, in dem die lebenshaltungskosten nicht so hoch sind. Die regierung ist eigentlich verpflichtet „schaden vom volk“ abzuhalten. Da ist natürlich die frage: wer ist das volk? Ich glaube nicht dass die sondiererInnen die sich um eine neue regierung bemühen, darüber schlaflose nächte haben werden.

Das beste am wiener tatort gestern war der tweet als reaktion von robert ide heute auf süddeutsche online: zehn leute bei einer wohnungsbesichtigung – ich zieh nach wien.
luisa in one world - 14.01.2018 um 07:54:23

 das licht in den bergen 


  


  


Guido mingels, hat aus seinen kolumnen im spiegel ein buch veröffentlicht: „früher war alles schlechter“ und hat zusammengetragen was alles heute viel besser ist. Ich finde das spannend, weil ja die meisten menschen das gefühl haben, dass früher alles besser, die winter kälter (stimmt), das leben einfacher (stimmt nicht), die probleme mit gewalt weniger waren (stimmt natürlich gar nicht). Gewalt, z.b. in der familie, war früher ein „kavaliersdelikt“, die flächendeckende agrochemie der fünfziger jahre war sicher nicht besser als das glyphosat problem heute. Wenn menschen sagen, dass früher alles besser war, sprechen sie natürlich auch von sich selbst: früher waren sie jung und womöglich unbekümmerter.
Für mich brachte jedes lebensjahr mehr erleichterung. Früher hatte ich gesundheitliche probleme ohne ende (ich war das zweite rhesus-positive kind einer rhesus-negativen mutter und wurde mit einem leberschaden geboren, hatte als kleinkind rachitis). Früher lebte ich wild und gefährlich (z.b. in afrika, indien, tibet, nepal und im gebirge auf der suche nach traditionellen heilmethoden und magie), heute lebe ich wild und weise – ich kann risiken abschätzen, bin gern in der natur unterwegs auch nachts, muss mir aber nichts mehr beweisen.
Früher hackte ich meine bücher in eine manuelle und dann in eine elektrische remington schreibmaschine, heute tanzen die finger mühelos über die tastatur des laptops. Früher hatten alle nur festnetz, heute ist kommunikation überall möglich, und das ist auf jeden fall in einer krisensituation von vorteil. Ich hab immer noch ein altes telefon mit wählscheibe und nur ein klapphandy dessen akku fast eine woche hält weil ich kaum telefoniere, kein smartphone, doch ich finde die erfindung des internets einfach grossartig. Da können die fünziger jahre wirklich nicht mithalten. Und sowieso nicht politisch: nach dem krieg, in meiner kindheit, waren überall noch nazis, die unvorstellbar viel macht hatten – daher die achtundsechziger bewegung, erinnert euch! Heute sind auch überall nazis, aber sie sind bekannt und werden kritisch wahrgenommen. Es scheint zwar dass wir viel mehr probleme mit gewalt und umweltzerstörung haben doch glaube ich, dass wir all das bewusster wahrnehmen, weil einfach mehr darüber berichtet wird. Wie ich schon im jahreshoroskop beschrieben habe: der hauptstrom ist problematisch, aber die unterströmungen, umweltbewegungen, bewegungen gegen gewalt, gegen rechtsradikalismus, gegen ausgrenzung von menschen, sind stark.

An editor of „der spiegel“, guido mingels, wrote a book called „in the past everything was worse“ (my translation). He was fed up with the eternal „in the past everything was better“ and proves now that poverty, violence, terrorism, wars, fear of future, pollution was definitely worse in the old days. When people say: everything was better then, they often talk of their own lives. They were young, maybe healthier, carefree…
For me every year of my life brought relief. I was born a second rh+ child of a rh- mother and had problems on end, my liver was weak, my bones damaged by rachitis. In the past my life was wild and dangerous, what with travels through africa, tibet, india on my own researching traditional healing and magic. Now my life is wild and wise, i know how to avoid risks and still enjoy my nights out in the bush.
In the past i hacked my books into my manual typewriter, later an electric remington. Today i have a laptop and can start with the end or the middle of a text if i like.
The invention of the internet and computers is simply brillilant, i wouldn‘t go back to the old days for anything in the world. In the old days we phoned from a line only, today we can call people and access internet anywhere in the world, which in case of crisis is great.
It might seem that violence and pollution, terrorism and catastrophies have increased but i think this impression derives from the fact that there is so much information about anything and everything. We get to know everything wether we want to know it or not.
The mainstream may be a problem but there are so many enchanting backwater-movements (organic food, future town, animal rights ecc) now.
luisa in one beautiful world - 13.01.2018 um 08:00:09

 sylvester im appenzell ist am dreizehnten januar 


  


 klausenlauf im appenzell 


entdeckungen in der 3sat mediathek:

schätze des südwestens/von löwen und königen sendung nur noch 3 tage zur verfügung:
zwar muss man sich zu anfang der sendung nochmal die sexuellen fantasien von professor conard anhören, der natürlich in einer vollen brust nur sexuelle motive entdeckt wo wir doch wissen, dass brüste in der geschichte der frauen mit nahrung, nicht wirklich mit sexualität in verbindung stehen (in afrika sind entblösste brüste bist heute kein sex-symbol)und dicke frauen bedeuten eben dass sie gut genährt sind, nicht selbstverständlich in der steinzeit.

egal. in diesem film kommt, o wunder, maria malina die grabungstechnikerin zu wort und nennt sogar den namen der ausgräberin der "venus vom hohlefels", allerdings nur ihren vornamen "aleksa" - sie ist schweizerin, heisst aleksandra mistireki und war bei der grabung praktikantin. ihr ist es zu verdanken dass das fragment, das sie unter einem kalkstein fand, überhaupt erkannt wurde.

zauberhaft:
schweizweit - ein altes appenzeller brauchtum, film von raphael engel, sendung vom 14. januar 2018
dieser film hat mich total berührt: kräftige, gestandene männer, die ihre larven basteln und mit schwersten gewichten durch die winterhügel laufen, die zugeben, dass ihnen beim zäuerlen (appenzeller gesang) die tränen kommen und die sich so wundersam verwandeln während sie die larven tragen. im gegensatz zu den perchten in bayern, die oft grob und hässlich sind und frauen angreifen, haben diese männer in ihren wundersamen kostümen eher etwas zartes, liebevolles.

luisa in one precious world - 12.01.2018 um 07:12:59

 der himmeltag und nacht geöffnet 


Meine vorstellung von luxus: Einen ort zu haben an dem es wirklich still ist, eine nacht, in der es wirklich dunkel ist, ein raum, in dem ich aufatmen kann, und ein erwachen ohne wecker und – immer was zu lachen. Was viele menschen weder kennen noch bedenken: ein körper, der sich (noch) geschmeidig bewegen kann. Das wird für mich immer kostbarer.

My idea of luxury: a place where it is really quiet, a completely dark night, a space where i can breathe and waking up without an alarm clock. And of course: always something to laugh about. What most people neither know nor think about: a body which is (still) flexible and moves without pain. That‘s more and more precious to me.
luisa in one world - 11.01.2018 um 08:39:58

 the fifties spirit 


„hass auf männer und die sexualität“?? die me too-kampagne darauf zu reduzieren ist einfach nicht fair. Es geht doch dabei nicht um sexuelle verbindungen auf augenhöhe – es geht um belästigung, darum dass männer ihre position ausnutzen um frauen sexuell zu bedrängen. Bei sexueller gewalt geht es übrigens so gut wie nie um sex, sondern um macht.
Dass deneuve oder millet dieses problem nicht (mehr?) haben heisst noch lange nicht dass frauen ohne weiteres „nein sagen“ können. Meine güte – niemand will den frauen, die jetzt diesen aufruf unterschrieben haben, lustvollen sex wegnehmen. „veralteter feminismus“ dass ich nicht lache. Es gibt nur einen feminismus: den, der frauen dazu befähigt ihr ding zu machen, frei zu entscheiden. Wenn eine vögeln will – bitte gern. Wenn sie nicht will muss sie das recht und die möglichkeit haben sich zu wehren – darum gehts bei der me too kampagne. Übrigens finde ich es auch geschmacklos so zu tun als seien alle frauen auf der welt in der position einer deneuve. Frauen werden in die prostitution verkauft, müssen sich übergriffe gefallen lassen, weil sie das geld/den job brauchen. übrigens finden auch viele männer sexuelle übergriffe indiskutabel. Aus einer gut abgepolsterten situation lässt sich jedenfalls lässig darüber diskutieren.

„hatred against men and sexuality“ to reduce the me-too-campaign to this level is simply not fair, it‘s not about mutually agreed sexual contact on eye level – it‘s about harassment, about the fact that men use their position of power to press women into sexual activities. As we know sexual violence is never about sex, it‘s about power.
That deneuve or millet don‘t have this problem (any more?) doesn‘t mean that other women can „say no“ easily. For goodness sake – no one wants to take away enjoyable sex from those women who wrote that appeal. „outdated feminism“ - there is only one feminism as far as i know: the feminism which liberates women to do what they want, to have what they need, to do their own thing, to decide freely. If a woman wants to shag – welcome. If she doesn‘t she must have the right and the possibility to free herself from an unwanted situation – that‘s what me too is all about.
And by the way i consider it bad taste to pretend that all women on earth are in deneuve‘s or millet‘s position or age. Women are sold into prostitution worldwide, have to suffer sexual assaults because they need the job/the money. And many men also consider sexual assaults a no go. From a comfortably padded situation it‘s easy to discuss „sexual freedom“.

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