Das Auge

tagebuch / diary

in meinem tagebuch schreibe ich in unregelmässigen abständen über ereignisse, gedanken, träume in meinem leben.
my diary reflects my thoughts, dreams and the events of my life.
fin'ora non riesco ancora di scrivere il diario internet in italiano, ma farò uno sforzo qualche volta!
c'est difficile pour moi ecrire mon journal internet en francais mais je veux essayer quelche fois!
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luisa in one world - 16.01.2019 um 12:45:15

 winter 


 sommer 


 herbst 


  


Als ich anfing darüber nachzudenken, in welchem land ich wohl mit 600 euro rente leben (nicht überdauern) kann, war vorübergehend auch senegal in der engeren wahl, wo es mir aber einerseits zu anstrengend war und andererseits vermisste ich die jahreszeiten.
Hier im alentejo habe ich jetzt zwei jahreszeiten an einem tag: nachts winter, tagsüber frühsommer. Das mag ich.

Im waschsalon läuft immer der fernseher, da hab ich jetzt die abstimmung im englischen unterhaus gesehen, wie may in hohn und feindseligkeit unterging, furchtbar eigentlich wie da rumgeschrien wird. Würde man von politikern nicht mehr disziplin und sachlichkeit erwarten? Und die opposition, die bis jetzt überhaupt keinen brexit plan hat. Da bin ich jetzt echt gespannt wie das weitergeht.


When i started thinking about where to live with only 600 euros pension (live, not just endure) i thought for a while it could be senegal, which of course was too much of a hassle and i would miss the seasons.
Here in the alentejo i have two seasons in one day – at night its grim winter, during the day a mild early summer appears, quite pleasant!

In the laundrette there is tv day and night, so i saw the votes about may's brexit plan and how she drowned in hostility and mocking. Terrible the shouting and laughing, wouldn't you expect more discipline and rationality of politicians? Opposition seems to have no idea yet, what to do about brexit. I really wonder how things will develop.
luisa in one world - 15.01.2019 um 12:10:06

  


  


ein paar tipps:

vom 25. bis 27. januar im schloss goldegg "die wilde kraft"

lesung und anschließend gespräch am 29. januar im frauenbuchladen münchen barerstr.70 um 20 uhr/einlass ab 19.30/ aus meinem buch "blühende fantasie"

am 2. februar workshop im frauenmuseum wiesbaden zum thema "kraft der visionen und der imagination"

am 3. februar im frauenmuseum wiesbaden 11 uhr matinée: "wo das wünschen noch hilft" über die kraft der visionen

die kunsthalle münster zeigt noch bis märz eine ausstellung der arbeiten von mary beth edelson - sehenswert!
luisa in one sunny world - 13.01.2019 um 14:12:20

  


  


 aber heilige tiere werden doch nicht gegessenoder 


Gegen mittag wird’s immer schön warm, dann mache ich wieder meine kleinen wanderungen (fieber weg). Gestern ging ich einen feldweg den ich noch nicht kannte und entdeckte eine traumhaft schöne anlage aus grossen steinen. Ich verscheuchte einen truthahn von der strasse und dachte darüber nach, dass für amerikanische ureinwohnerInnen truthähne heilige tiere sind.

Around noon it's always getting nice and warm and i started doing my walks again (fever gone). So yesterday i chose a sandy path i hadn't discovered before and ended up in a marvellous megalith site. I chased a turkey from the main road and thought about turkeys being holy to the first american nations.
luisa in one strange world - 12.01.2019 um 15:42:27

 wissen auf das ich verzichten kann 


Das oben abgebildete heft lag im flughafen rum. Ich brauchte tage um mich zu entscheiden, ob ich was drüber schreiben soll. Jetzt doch:
Eine frau, deren körper so schmal ist wie einer ihrer oberschenkel in einer superambitionierten yogastellung, drüber „zeit wissen“, was bitte hat das alles mit „wissen“ zu tun?
Ist das die neue wissenschaftlichkeit, die frauen wieder auf ihre dekorativen qualitäten und auf die „schlanke linie“ zu reduzieren? Über 400 000 frauen und mädchen leiden an magersucht/essstörungen, tendenz steigend laut barmer gek, da brauchen wir jetzt noch ein heft, das so einen titel idealisiert mit der unterschrift „so gefalle ich mir besser“ Verantwortliche journalist*innen versuchen dagegen anzuschreiben, dass mädchen sich zu tode hungern, aber das scheint bei „zeit wissen“ niemand zu wissen.

Und was yoga angeht: alle yoga unterrichtenden mit denen ich je gesprochen habe, behaupten „es geht nicht um akrobatik“ und all diese hefte, in denen es „darum nicht“ geht haben einen titel, auf dem entweder eine frau in einer rückbeuge mit ihrer stirn ihre füsse berührt oder ein mann auf einem kleinen finger den ganzen körper in der luft balanciert, mal übertrieben gesagt. Was soll denn der scheiss? die schäden die durch angefachten ehrgeiz im yoga entstehen wohnen in einer dunkelziffer, weil sich fast alle schämen zuzugeben, dass sie sich ihren bandscheibenvorfall, ihren achillessehnenriss oder ihre muskelfaserrisse beim yoga geholt haben (selbst schuld...).

Im „zeit wissen“ heft dann lauter gemeinplätze und banalitäten über „leben entgiften, geist entrümpeln, körper befreien“. Das kam schon vor zig jahren wesentlich origineller in frauenzeitschriften. Und natürlich auch wieder „schlankheitstipps“ die natürlich nicht so genannt werden „Das Wunder der kleinen Pause“ über den neuesten Hype „Intervallfasten“. Da kriege ich Fressanfälle obwohl ich seit Jahren meistens abends nichts mehr esse.

Ich finde auch die nahaufnahme des gesichts eines afrikanischen kindes (ärgern sich kinder anders als erwachsene?) nicht okay. Erstens ist das kind sicher nicht einverstanden, zornig mit geschürzten lippen dargestellt zu werden, Zweitens:Wo bleibt das recht auf das eigene bild für kinder? Gerade wird das in den sozialen netzwerken problematisiert und user*innen werden aufgefordert keine bilder reinzustellen die kinder zeigen. Aus gutem grund. Ist das in redaktionen kein thema?

Das ist ein heft zum wegschmeissen.
luisa in transition - 10.01.2019 um 14:13:41

 die einzige schwarze magie die ich akzeptiere ist aus schokolade 


 tanzende göttin 


 frau mit vögeln 


  


Zur magie meiner kindheit gehörte radio hören (familie brandl! wolfmanjack auf afn usw) und zeitschriften anschauen (constanze, film und frau). Ilse traudchen und ich blätterten durch die zeitschriften und riefen „des bin i“ oder „des ghört mia“ und wer auf dem begehrten foto am schnellsten den finger hatte war siegerin. Wir schnitten bilder von filmschauspielerinnen aus und klebten sie in alben (charliklia baxevanos! Danielle darieux!). Die schrecken kamen von der „quick“ (ein teenager warf ihre kleine schwester über die brücke in die isar. Später wohnte ich sehr nahe bei dieser brücke und musste immer an diese beiden schwestern denken wenn ich über die brücke radelte.
Die magie der bilder ist gerade wieder sehr lebendig. Ich liege mit fieber im bett – es hat sich schon in bayern angekündigt und im flugzeug war kein mangel an rotznasen.

Ich denke also an matisse der in seinen letzten lebensjahren nicht mehr malen konnte und nur noch formen ausschnitt. Also holte ich all die zeitschriften die sich bei mir angesammelt haben und die ich eigentlich wegschmeissen wollte und schnitt beherzt hinein, was total spass machte.

Part of the magic of my childhood consisted in listening to radio and look at magazines my granny, mum and aunt miggi liked. One was a women's magazine, one a film review and one a heavy sensational one called „quick“.
Ilse, our friend traudchen and i would leaf through the magazines and call out „that's me“ or „that's mine“ and the one who had her finger first on the picture was to have it. We cut out pictures of actresses and put them into an album we created. The horror came from „quick“ which published the story of a young girl throwing her little sister over the bridge of the isar. Later i lived quite near to that bridge and always thought of those two sisters when i crossed the bridge.

The magic of my childhood is very alive just now. I'm in bed with a fever, it kind of started in germany and the plane was full of snotty noses.
I think of matisse who, during his last years couldn't paint anymore and only cut out shapes beautifully. So i took all those magazines i collected and had long wanted to chuck out and heartily cut into the pages. enjoyed it a lot.

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