Das Auge

tagebuch / diary

in meinem tagebuch schreibe ich in unregelmässigen abständen über ereignisse, gedanken, träume in meinem leben.
my diary reflects my thoughts, dreams and the events of my life.
fin'ora non riesco ancora di scrivere il diario internet in italiano, ma farò uno sforzo qualche volta!
c'est difficile pour moi ecrire mon journal internet en francais mais je veux essayer quelche fois!
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luisa in motion - 18.09.2018 um 17:05:42

 flieg 


 cabo da roca 


  


 yoga und trommeln im park 


  


 boca do diabo 


  


Wenn du mal in einer grossen menschenmenge stehen und absolut nix sehen willst, musst du unbedingt zum cabo da roca fahren. Die strasse dorthin ist so eng, dass zwei busse die sich begegnen in zeitlupe millimeterarbeit leisten müssen, um aneinander vorbei zu kommen. Die strasse wird von bussen, autos, wohnmobilen, lastwagen, motorrädern, fahrrädern in grosser zahl befahren, der hang geht meistens rechts steil hinunter und links steil hinauf. In einer art russisch roulette überholen die motorräder in halsbrecherischer geschwindigkeit und hoffen halt, dass sie es gerade noch schaffen, was dann auch, vorhersehbar, bei einem schief ging. Strasse blockiert, nix ging mehr, der busfahrer stieg aus und telefonierte dass er später kommt. Die art wie ein polizist ein blechteil vom total zertrümmerten motorrad mit dem fuss wegkickte, während sich die ambulanz einen weg bahnte, sagte mir: nicht der erste und der wird auch nicht der letzte sein.
Casa das historias/das museum von paula rego – wunderbar und rätselhaft wie immer. Yoga auf dem rasen und feiner käsekuchen mit beerenkompott zum tee. Der letzte feriensonntag in portugal am meer: ekstatische licht/suff/juhu-orgie, an schlafen nicht zu denken. Aus vielen boomboxen wummerten viele unterschiedliche musikstücke, die menschen knabberten und tranken sich durch die streetfoodangebote zum strand. Ich auch.

Ich wusste nicht, dass man „hit the road jack“, „let it be“ und „knocking on heavens door“ als eine nummer spielen kann – der unvorstellbar schlechte musiker, der mich bis zum gefühlten morgengrauen quälte, konnte es.
In der früh am meer dann das aufatmen. Das meer so still, so friedlich, so kalt. Keine musik, keine kreischenden menschen mehr unterwegs, nur die, die den ganzen dreck wieder wegmachten. ich trank einen sehr guten kaffee in der bar, die gerade für die fischer aufmachte. Das wetter drehte, es wurde windig. Köstliche wanderung. Leider ist die kleine fressbude am boca do diabo von den finanzbehörden geschlossen worden.



If one day you want to stand in an enormous crowd of people in the fog and see absolutely nothing you have to go to cabo da roca. The road that leads to the most western point of portugal is so narrow that two buses meeting have to move past in slow motion only fractions of an inch away from each other. The road is used by buses, cars, campervans, lorries, motorcycles and bicycles and leads along a hill that mostly falls steep down to the right and rises to the left. In a kind of russian roulette motorcycles overtake in neckbreaking speed hoping to just about make it, which didn't work for that one cyclist. Road blocked in both directions, the busdriver got out and phoned that he would be late. The way a policeman kicked a piece of the totally crushed motorcycle from the road showed me: not the first and will not be the last!,while an ambulance tried desperately to get through somehow.

Casa das historias/paula rego's museum – wonderful as always. Yoga on the lawn of the park, tea with cheesecake and berry stew. The last holiday-sunday in portugal by the sea: an orgy of light/booze/freaking out. Impossible to sleep. From the many boom boxes pump different music pieces, people gobbled their way along the street food vans to the beach and so did I.
I didn't know that you can perform „hit the road jack“, „let it be“ and „knocking on heavens door“ as one song, but the incredibly horrible musician who tortured me, made it possible - it felt like: All night.
In the morning the sea, peaceful, quiet and cold. No more singing and shrieking, the people who i met were busy cleaning up the mess the holiday makers had left. very good coffee in the bar that had just opened for the fishermen.
The weather changed, more wind, cool air. Wonderful walks. Unfortunately the little improvised restaurant at the boca do diabo has been closed down by the tax authorities.
luisa in one interesting worl - 15.09.2018 um 18:08:24

  


  


Plötzlich und ohne vorwarnung kam dieser sturm, der hiesige wetterbericht hatte nichts davon erwähnt. Gegen abend zog aus spanien eine schwarze wand auf und wie so oft fing ein sandsturm aus afrika an zu wehen, dann zu stürmen. Ich ging noch in den see da begann es zu blitzen, aber weil der donner noch sehr weit weg war, schwamm ich noch ein weilchen, weils so schwül war. Dann raus, ins auto heim und losgings, blitz, donner und regen, endlich regen. Ich behaupte es hat geregnet weil ich die matten alle draussen liegen lassen hatte. Die brauchen ewig bis sie trocken sind, aber ich war so froh. Diese frische, diese abkühlung!

Ich mache mich wieder auf den weg. Den letzten teil meines lebens will ich damit verbringen,die neolithischen/paleolithischen weiblichen spuren in portugal, spanien, frankreich, marokko vielleicht und den keltischen gebieten in england und wales, vielleicht auch irland zu erkunden. Jetzt fahre ich aber nur ein paar tage ans meer.


Without a warning the storm arrived, the weatherforecast here hadn't mentionned anything like it. Last night a black wall from spain approached and, as so often, a sandstorm from the south, from africa, blew towards the lake. I went swimming because the thunder after lightning took some time, which means the thunderstorm is still far away. It was almost unbearably hot, i enjoyed swimming. Then out and into the car and home and there it was, a fierce storm and lots of rain all night. I have my personal opinion about the rain: when i leave out the mats it starts raining, because they take hell of a time to dry. But i was so glad. The fresh air, the cool feeling!

Now i'm on the move for a few days. I want to spend the rest of my life exploring neolithic/paleolithic female traces of portugal, spain, france, morocco maybe, and the celtic regions in england, wales and maybe ireland. But for now it's just a few days at the sea.
luisa in one world - 14.09.2018 um 13:25:15

 xerez steinkreis bei sonnenaufgang 


 yoga light 


Ich kam aus dem see – au au au, mein rücken. Konnte mich nicht mehr aufrichten. Verdammt.zuviel gerupft, gezupft, geschleppt, entsorgt, oder vielleicht auch die verdunstungskälte: wir haben ja konstante 33 bis 38 grad tagsüber, ich schwitze, die feuchtigkeit auf der haut wird kalt, autofenster auf, naja und so weiter. Jedenfalls konnte ich mich nicht rühren.
Klar, man kann zum arzt gehen, spritze rein, röntgen vielleicht, blutuntersuchung usw. ich dachte ich schau jetzt mal was yoga wert ist.
Unter lächerlichem wehklagen legte ich mich auf die matte auf den rücken, drehte die knie nach rechts, legte die linke hand hinten auf den unteren rücken, die rechte auf den bauch /krokodil. Erleichterung. Atmen, atmen. Dann die andere seite, rechte hand hinten auf den unteren rücken, linke auf den bauch, atmen, atmen. Hin und her. Dann bauchlage, bauchmuskeln anspannen, arme ziehen nach hinten und oben, oberkörper hebt sich vom boden. Die lerchen lachten in der luft.
Ich kann nicht behaupten, dass das jetzt richtig genussvoll war, aber es hat geholfen. Und das mach ich jetzt so lang, bis die schmerzen weg sind.

I went out of the lake and – couldn't straighten my back. Horrible pain. Damn. Too much digging and tearing and carrying and chucking out. Maybe the heat: we have a constant 33 to 38 degrees daily, i sweat, the skin gets cold, car window open and so on. Anyway – i couldn't move.
The options are: go to the clinic or doctor's, injection, x-ray and whatnot. Or, i thought, lets see what yoga is worth now.

Moaning ridiculously i went down on my mat on my back, put my knees to the right and the left hand on my lower back, the right hand on my tummy, breathing deeply /a crocodile variation, then turned to the other side, knees to the left, right hand on my lower back, left on my belly, breathing deeply. Then turned round on my front, squeezed the tummy muscles real hard and lifted arms and shoulders from the ground. The larks laughed up there in the air.
It wasn't all fun and joy but it helped. And i'll do it until the pain is gone.
luisa in one puzzling world - 13.09.2018 um 09:37:48

  


Es ist leider so: je mehr ich portugiesisch kann und verstehe desto grösser wird das feld all dessen was ich nicht kann und verstehe. Also z.b. weiss ich trazer heisst bringen, aber wenn dann jemand sagt: das sollte der schon gebracht haben! Fängt der wirbel im kopf an. Ganz lustig wars gestern. Ich wollte unbedingt eine tomatensosse mit fleischbällchen machen, ging zur metzgerin und sagte: carne picada para alfandega, se faz favore. Sie schaute mich an und wiederholte emotionslos: carne picada para alfandega. Ich meinte natürlich „almondegas“, also fleischbällchen, alfandega heisst zoll. Diese ganzen a-wörter! Alface/salat, almofada/kissen/alfazema/lavendel usw. ich korrigierte, sie gab mir das fleisch und ein hauch von belustigung lag in ihren augen. An der kasse bekam ich einen heftigen lachanfall. Was muss die gedacht haben! Hackfleisch für den zoll. Aber eben, wenn man in einer sprache nicht zuhause ist, wird alles möglich, sogar hackfleisch für den zoll. Noch nachts im bett lachte ich.

Unfortunately it's true: the more i know and understand of portugese language the more i realize how much i don't know and understand. For example: i know trazer means bring. But when someone says: he should have brought that! The whirling in my head starts.
Yesterday it was really funny. I wanted to make a tomato sauce with meat balls. So i went to the butcher woman and said: parne picada para alfandega, se faz favore. She looked at me and repeated without emotion: carne picada para alfandega. Of course i meant „almondegas“, meatballs. Alfandega means customs! All those a-words! Alface/salad, almofada/cushion, alfazema/lavender ecc. i corrected myself and she gave me the meat and there was an almost invisible trace of amusement in her eyes. At the cashier i had a wild fit of laughter. What must she have thought. Mince meat for the customs. But that's exactly the problem: when you're not at home in a language everything is possible, even mince meat for customs. In bed at night i was still laughing.
luisa in one world - 12.09.2018 um 11:13:20

 ich gratuliere 


Margarethe von trotta bekommt den adorno preis – ihr kommentar dazu: aber ich bin doch gar keine philosophin. Gar nicht wahr, margarethe, deine philosophie des lebens ist in jedem deiner filme sichtbar und spürbar. Immer auf der seite der frauen.

Margarethe ist eine wunderbare, zähe, auf eine art auch furchtlose frau, die sich in ihren inhalten nicht beirren lässt. Sie zeigt starke frauen, sie zeigt aber auch die brüche, die feinheiten und sie ist eine sehr einfühlsame regisseurin, die sich immer für die themen der anderen interessiert. Offen für menschen, neugierig und unbeirrbar. Sie ist unglaublich grosszügig. Obwohl der job hart ist scheint sie unermüdlich und unerschrocken, kämpft für ihre filme.
Als sie den dokumentarfilm über ingmar bergman zeigte, wussten ein paar geschaftlhuber schon wieder, dass sie zu viel von sich selbst einbringt. Aber genau das ist ihre qualität – nicht aus dem hohlen leeren raum holt sie ihre filme, sie zeigt immer woher sie kommen, sie lässt mitdenken, sie steht zu ihrem eigenen blick und ihrem standpunkt. Das ist in der kultur und in der politik eher selten...


margarethe von trotta has been given the adorno-award (adorno, german philosopher) and she commented: but i'm not a philosopher! Not true margarethe. Your philosophy of life is strong and visible in your films! Always on women's side.

Margarethe is a wonderful, strong, tough and in a way fearless woman who doesn't allow people to divert her from her issues. She shows strong women, but she also shows the cracks in the surface, the subtle structures and she is a very sensitive directress of films. She is incredibly generous. Always open for what people's feelings and issues. Although the job is tough she seems tireless, ever ready to fight for her films.
When she showed her documentary on ingmar bergman, a few cultur critic busybodies complained that there is too much of her own quest in it. But that is her quality. She doesn't pull her films from the great hollow void, she shows her own view and convictions, she makes it possible for viewers to follow her thoughts, her ideas and her own feelings. She stands by her convictions – isn't that something that is scarce in culture and politics...

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