Das Auge

tagebuch / diary

in meinem tagebuch schreibe ich in unregelmässigen abständen über ereignisse, gedanken, träume in meinem leben.
my diary reflects my thoughts, dreams and the events of my life.
fin'ora non riesco ancora di scrivere il diario internet in italiano, ma farò uno sforzo qualche volta!
c'est difficile pour moi ecrire mon journal internet en francais mais je veux essayer quelche fois!
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luisa in one beautiful world - 22.10.2017 um 11:44:28

eigentlich wollte ich einen bazaar machen, ein paar von meinen kostbarkeiten verkaufen und helfen, doch die regierung hat gestern eine soforthilfe von 300 bis 400 millionen für die opfer der brände beschlossen, da brauch ich erstmal nix machen. ich hab eine nachbbarin, die verwandte in oliveira do hospedal hat, die hält mich auf dem laufenden.

ich möchte euch auf eine neue website aufmerksam machen, die wirklich sehr spannend ist

www.herstory-history.com

über frauengeschichte. mich stört nur der begriff gottMUTTER.
weder muss es um gott gehen, noch unbedingt um mutter wenns nach mir geht. gott mutter - mutter gottes? hm.

die ganz frühen frauenfiguren müssen nicht zwingend mütter sein. eine dicke frau - wie schon tausendmal gesagt - muss nicht zwingend schwanger sein, sondern ist eher ausdruck für fülle und genügend nahrung.

i originally planned to make a bazaar to gather some money for the victims of the fires here. but yesterday the government decided to help the victims with 300 or 400 millions. so for the time being i do nothing. i have a neighbour with relatives in oliveira do hospedal. she will keep me informed.

there is a new website online now

herstory-history.com

quite interresting. i have a problem with the expression "gottMUTTER" - god mother. why god? why mother? surely not all of those very old iceage/stoneage figurines are mothers.
the little fat figurines of women do not necessarily depict pregnant women by the way - they are a symbol for enough food and abundance.
luisa in one precious world - 21.10.2017 um 14:05:58

 beim roten kreuz 


  


  


Ich war also gestern beim roten kreuz in evora und war gerührt und begeistert über die grosse solidarität der menschen. Eine frau die eine transportfirma hat bot an, zwei lastwagen einzusetzen, um möbel zu transportieren. Ich gab meine habseligkeiten ab, mehr habe ich leider nicht, sagte ich. Sie meinte: jede spende hilft. Woher wussten sie, dass wir sammeln? Ich sagte: von claudia/dhyana yoga schule, ich bin in ihrer yoga gruppe. Claudia hat an alle schülerInnen eine rundmail verschickt. Sie lächelte zufrieden: das netzwerk funktioniert.
Auf dem weg nach hause – ein wunderbarer regenbogen. Und vor dem haus sass eine kröte (frosch? ihr wisst es). Ich kann dich nicht reinlassen, sagte ich. Ich bin keine prinzessin.
Falsche tür, sagte die kröte schlecht gelaunt und kroch weg.

So i went to the red cross in evora and was moved and full of enthusiasm about the solidarity of all the people here. A woman who owns a transport firm offered to send two lorries with furniture to central portugal. I handed my meagre donation in and said: unfortunately that's all i have. She said: every little donation helps. How did you know we collect? I said: claudia from dhyana yoga school sent an email to all her yoga students. She smiled happily. The network actually works.
On my way home – the most beautiful rainbow. And in front of my little house a little toad (or frog?) sat looking at me. I can't let you in, i'm not a princess, i said. Wrong door, the little creature sulked and walked away.
luisa in one world - 20.10.2017 um 10:42:33

 dunkle wolken über monsaraz 


 der regen ist willkommen 


  


Nach dem feuer kommt der regen. Die opfer der verheerenden brände in zentral portugal suchen im schwarzen matsch nach dingen die vielleicht nicht verbrannt sind. Das rote kreuz in evora ruft zu spenden auf: Decken, kleidung, schuhe, bettwäsche – ich habe von allem mehr als genug. Ich spende nicht aus grosszügigkeit sondern aus überfluss.
Die sprecherin der opfer von pedrogao im juni dieses jahres hat sich bei den betroffenen der feuer entschuldigt. Sie sagte: Wenn wir den behörden mehr druck gemacht hätten, dann wären diese feuer nicht passiert. Das ist edel gedacht, aber mach mal den behörden druck...

After the fire – the rain. The victims of the terrible fires in central portugal stand in the black mud and search for things which might hopefully not be burnt and destroyed. The red cross of evora asks for donations: blankets, clothes, shoes, bedlinnen – i have more than enough of everything. I donate not because i'm generous but because i have abundantly.
The speaker of the association of victims of the fires around pedrogao in june asked the victims of these fires now to forgive them. „had we put more pressure to the authorities these fires now wouldn't have happened“ she said. That's a noble gesture. But try to put pressure to authorities....
luisa in one cruel world - 19.10.2017 um 11:30:11

  


  


  


Zuerst die antwort auf viele fragen: bei uns im alentejo brennts nicht, weil es hier hauptsächlich oliven- und eichenbäume (hier heimisch) gibt. Dass es jetzt wieder zu so vielen bränden mit an die 40 toten in mittelportugal gekommen ist, hat einige gründe: die nationale polizei (gnr) hat rund zwei drittel der brandwache-türme nach dem letzten schrecklichen feuer um pedrogao grande geschlossen (quelle: jornal de noticias), obwohl von der regierung weiterhin eine brand-warnung ausgegeben wurde. Die freiwilligen feuerwehren waren völlig überlastet, militär wurde nicht dazugerufen. Mit in der verantwortung sehe ich die eu: die eukalyptus-plantagen wurden von der eu gefördert. Eukalyptus wurde aus australien eingeführt. Die ätherischen öle, die es enthält, wirken wie brandbeschleuniger. Wie kann man pflanzenanbau fördern, der ein trockenes land noch zusätzlich ausdörrt (wein, eukalyptus). Nach den bränden vom letzten jahr wurden wieder eukalyptusbäume gepflanzt, wieder so dicht an der strasse, wieder so nah an den dörfern. Ich hoffe es wird eine klägergemeinschaft geben, die für wiederaufbau und schmerzensgeld für die betroffenen kämpft.
Allerdings sichert sich die regierung jetzt schon ab, zwar gibt’s eine dreitägige staatstrauer (krokodilstränen) aber schon werden stimmen laut die einzelne kleine bauern für die brände verantwortlich machen „weil sie ihren wald nicht säubern“.

Many salamandra-readers asked me, wether there are fires around my place. No, in the alentejo (hottest region of europe) there are hardly any eukalyptus forrests, mostly olives and oaks which are quite resistent to heat and cold, unlike in the centre of portugal where mainly eukalyptus forrests imported from australia burn easily (every year) and with their essential oils function like fire accelerants. Although the risk of fires was unusually high after the first great fires of pedrogao grande the national police (gnr)apparently closed down two thirds of fire-watch towers (jornal de noticias). No military was called in when it was clear that the voluntary firefighters already came to their limits.
However there is a responsibility also for european politicians who fund the planting of eukalyptus (and vine) in a dry and hot country like portugal, which drain the country even more. I hope the survivers of the fires will fight for their right to compensation of damages and immaterial damages.
the government declares a three day national mourning (crocodile tears)and covers their own responsibility by accusing private little farmers of not keeping their woods clean.
luisa in one world - 18.10.2017 um 10:26:12

  


Die ausländerInnen, die hier in portugal leben haben zum teil krasse ansichten über flüchtlinge. Vor einem krieg zu flüchten geht gerade noch, aber wirtschaftsflüchtlinge – unmöglich. Dabei sind ja die rund vierzigtausend engländerInnen und zwanzigtausend deutschen und über zehntausend franzosInnen in portugal genau genommen auch wirtschaftsflüchtlinge, weil sie steuern sparen, sich im billigeren südeuropa ein haus kaufen wollen oder sich ein leben (was ich eh krass finde) in ihrem land nicht mehr leisten können. Ob die vielen jungen geflüchteten männer das überhaupt umreissen, dass es vielen einheimischen schon nicht gelingt, ein lebenswertes leben zu organisieren?
Der eigentliche wahnsinn dabei ist aber schon das patriarchale system überall. Die geburt von einem jungen wird bejubelt, mädchen werden als zweite wahl gesehen und oft sogar noch umgebracht. Wenn ich in bayern diese neobajuwaren sehe, die eine mädchen geburt „in alter tradition“ ankündigen: „zum bixnmacher“, könnte ich kotzen. bixn - büchse. Erstens macht der mann nicht das kind, zweitens macht er keine büchse, in die man was reinsteckt. Dieses schwachsinnige männersystem durchzieht alle lebensbereiche von kriegen über familienstrukturen bis zur organisation der wissenschaft. Und damit haben übrigens nicht nur frauen sondern auch viele männer ein problem.

The expats here in portugal have often very radical positions towards refugees. If they fled from a war it's just about okay, but for economical reasons - no way. However: the around 40 thousand english residents, 20 thousand germans and 10 thousand french nationals are strictly speaking refugees for economical reasons, because they want to pay less taxes, buy a house less expensive in southern europe or can't afford to live in their native countries anymore (which i think is a scandal). I don't think all those young male refugees realize that there are lots of natives who can no longer make a living in their own coutries.
The real madness of course is the patriarchal system everywhere. Births of boys are celebrated, girls are second choice or often even killed after birth. patriarchal ideology is everywhere present from wars to family structures to science. It doesn't affect only women - many men suffer from it too by the way.

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